Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theoretische und Experimentelles zur Frage der Kreatinbildung im tierischen Organismus: Versuche über Kreatinbildung aus Betain und Cholin
Person:
Riesser, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19878/25/
Zur Frage der Kreatinbildung im tierischen Organismus. 439 
ähnlichen Abspaltung und Oxydation unterliegen können, ist 
a priori wahrscheinlich. Ein von mir ausgeführter orientierender 
Versuch spricht entschieden für diese Möglichkeit (Tabelle 2). 
Tabelle 2. 
Ameisensäureausscheidung 
nach Injektion von Betainchlorid (mit NaOH neutralisiert). 
Methodik siehe bei Pohl, Archiv f. experim. Pathol, u. Pharmakol., 
IM. 31, S. 281 (1893), 
Versuchstier: Kaninchen. g Fütterung Hafer und Heu. 
2 Vortage: 0.0398 g Na-Formiat 
2 Versuchstage: 0.0072 » » (Injektion von 8 g Betainchlorid. 
2 Nach tage: 0,0öü2 » » 
2 » 0.0388 » 
neutralisiert, innerhalb [8 Std.) 
Wie man sieht, ist eine Vermehrung recht deutlich, 
freilich steht sie nicht im Verhältnis zur Menge des injizierten 
Betains. Da die normalen Schwankungen der Ameisensäure¬ 
ausscheidung nicht bekannt sind, bedarf dieser Versuch einer 
weiteren Bestätigung. Sehr bemerkenswert sind die geringen 
Ameisensaurewerte, die mein Versuchstier normalerweise aus¬ 
scheidet, täglich ca. 0,019 g Na-Formiat im Vergleich zu den 
hohen Werten von v. Ho esslin: 0,5—1,0 g. Ein zweites, 
gleichzeitig von mir untersuchtes Kaninchen schied bei gleicher 
Fütterung folgende 48stündige Mengen aus: 0,014, 0,013 g 
Na-Formiat. Hunde scheiden nach Pohl1) täglich Wenige Milli¬ 
gramm bis 1 cg aus; in einem Kaninchenversuch dieses Autors 
beträgt der Wert 0,0082 g. Es liegt sehr nahe^ die Verschie¬ 
denartigkeit der Fütterung als Erklärung heranzuziehen. Meine 
Versuchstiere erhielten Hafer und wenig Heu. v! Hoesslin 
gab fast ausschließlich Grünkohl oder Hafer plus Grünfutler, 
Hafer enthält kein Betain und wenig Cholin, Hüben und wohl 
auch anderes Grünfutter größere Mengen. Die Ameisensäure¬ 
ausscheidung in ihrer Abhängigkeit von methylierten Substanzen 
zu studieren, dürfte, auch im Hinblick auf die Fragen des 
LecithinstofFwechsels, von Interesse sein; Untersuchungen dieser 
Art habe ich begonnen. Endlich habe ich mich .noch eines 
'» Archiv f. experim. Pathol, u. Pharmakol., Bd. 31, S. 281 (1893).
        

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