Volltext: Über das Vorkommen von Hemicellulosen in Wurzelstöcken, Rhizomen und Wurzelknollen (86)

Über das Vorkommen von Hemicellulosen in Wurzelstöcken, 
Rhizomen und Wurzelknollen. 
Von 
Anton Stieger. 
<Aus dem Agrikulturrhemischen Laboratorium der Eidgenössischen Technischen 
Hochschule jn Zürich.) 
(Der Deduktion zugegangen am 5. Juni 1913.) 
a) Allgemeines. 
In einer klassischen Arbeit über die Keimungsgeschichte 
der Dattelkerne machte der Botaniker Sachs1) (1862) das 
erste Mal darauf aufmerksam, daß die pflanzliche Zellmembran 
nicht einheitlicher Natur sei. Er unterschied in den Zellwänden 
«1er Dattelkerne bereits eine als Baustoff dienende und eine 
als Beservematerial aufgespeicherte Cellulose. Letztere löste 
sich, wie Sachs beobachtete, beim Keimungsvorgange voll¬ 
ständig auf. Wenige Jahre später bestätigte der Botaniker 
Frank2» die von Sachs gewonnenen Resultate durch mikro¬ 
skopische Untersuchungen über die Keimungsvorgänge der 
Samen von Tropaeolum. 
Die chemische Zusammensetzung des als Reservecellu¬ 
lose bezeichnten Kohlenhydrates blieb lange Zeit unaufgeklärt. 
Erst im Jahre 1889 gelang es Reiss,3) aus Palmensamen 
(Thytelephas macrocarpus) ein reservecellulosehaltiges Produkt 
zu isolieren. Die Hydrolyse desselben ergab einen Zucker, der 
bis dahin aus Cellulose noch nie erhalten worden war. Reiss 
nannte dieses neue Kohlenhydrat Seminin und den erhaltenen 
Zucker Seminose. E. Fischer4) zeigte noch im gleichen Jahre, 
daß die Seminose identisch ist mit der von ihm kurz vorher 
entdekten Mannose. 
‘) Sachs, Bol. Zeitung, 1862. 
*) Pringsheims Jahrbücher, 1866—67, Bd. 5. 
3) Reiss, Landw. Jahrbücher, 1889, Bd. 18. S. 711. 
4) K. Fischer. B.. Bd. 22, S. 1155 (1889).
	        
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