Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Verbreitung des Asparagins, des Glutamins, des Arginins und des Allantoins in den Pflanzen
Person:
Stieger, Anton
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19865/7/
Über Asparagin. Glutamin. Arginin und Allantoin in den Pflanzen 251 
zur Hüllte krystallisierte: die erhaltenen Krystalle waren As- 
paragin, ea. 1 g. Die andere Hälfte des Sirups wurde mit 
Wasser verdünnt und mit Phosphorwolframsüure versetzt. Der 
erhaltene Niederschlag war bedeutend, trotzdem konnte aus 
demselben nur eine geringe Menge Arginin isoliert werden; 
dies könnte zur Vermutung führen, daß der Phosphorwolfram¬ 
säureniederschlag größere Mengen von Alloxurbasen enthalte. 
Das Arginin wurde in das Kupfersalz übergeführt, das bei 112 
bis 113° schmolz. 
Ich untersuchte in diesem Falle auch das vom Mercuri- 
nitratniederschlag herstammende Filtrat; die Verarbeitung des¬ 
selben nach den von E. Schulze1) gegebenen Vorschriften 
ergab die Anwesenheit eines Körpers, der sehr wahrscheinlich 
Cholin war. Dasselbe wurde als salzsaures Salz isoliert; es 
ist leicht löslich in Wasser, gibt Fällungen mit Molybdänsäure, 
mit Goldchlorid, mit Kaliumperjodid, mit Kaliumqueeksilber- 
jodid und mit Kaliumwismutjodid. 
7a. Iris pseudacorus (Schwertlilie). Untersuchungs¬ 
objekt: 2 kg Rhizom, im Garten gewachsen. Aus dem Sirup 
krystallisierte eine beträchtliche Menge Glutamin aus. Eine 
Analyse des Glutaminkupfersalzes lieferte folgendes Resultat : 
0.0520 g Substanz gaben 0,0118 g CuO. 
das entspricht 18.15 °/o Cu (Theorie 17,08°/« Cu). 
Die vom Glutamin getrennte Mutterlauge wurde mit Phos¬ 
phorwolframsäure versetzt; der entstandene Niederschlag ent¬ 
hielt eine kleine Menge Arginin, dessen Kupfernitratsalz schmolz 
bei 111—112°. Das vom Phosphorwolframsäureniederschlag 
getrennte Filtrat wurde mit Bleiessig gereinigt, mit Mercuri- 
nitrat versetzt und der entstandene Niederschlag, wie angegeben, 
verarbeitet : dabei wurde nochmals eine kleine Menge Arginin 
erhalten. — Eine Untersuchung des vom Mercurinitratnieder- 
schläg herstammenden Filtrats ergab mit ziemlicher Wahr¬ 
scheinlichkeit die Anwesenheit von Cholin. Es wurde als schwer 
lösliches Quecksilberdoppelsalz gefällt; das aus diesem herge¬ 
stellte salzsaure Cholin zeigte alle charakteristischen Reaktionen. 
l) E. Schulze, Abderhaldens eßiochemische Arbeitsmethoden*, 
Bd. 2, 8. 522.
        

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