Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vergleichende Studien über Cerebrospinalflüssigkeit bei Geisteskrankheiten. II. Stickstoff: Quantitative Bestimmung von kleinen mengen Stickstoff
Person:
Stanford, R. V.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19861/1/
Vergleichende Studien über Cerebrospinalflüssigkeit bei Geistes¬ 
krankheiten. II. Stickstoff. Quantitative Bestimmung von kleinen 
Mengen Stickstof. 
Von 
Dr. R. V. Stanford. 
Research Chemist, Cardiff City Mental Hospital. England. 
«Der Redaktion zugegangen am 12. Juni 1913.) 
In Fortsetzung dieser Untersuchung habe ich es versucht, 
Methoden auszuarbeiten, die die quantitative Bestimmung der 
Bestandteile der Cerebrospinalflüssigkeit ermöglichen würden. 
Bisher liegen nur rein qualitative Proben vor, deren Gelingen 
auch in vielen Fällen von den Einzelheiten der angewandten 
Technik abhängt.1) Bei quantitativen Versuchen kommt vor 
allem in Betracht, daß die Bestimmungen mit sehr kleinen 
Substanzmengen ausgeführt werden müssen, und deswegen 
lassen sich die kolorimetrischen Prozesse nicht vermeiden. 
Die Methode, die ich bei der Bestimmung des .Stickstoffs 
der Cerebrospinalflüssigkeit gebraucht habe, ist auf einer Ver¬ 
einigung der Kjeldahlsehen und Nesslerschen Verfahren be¬ 
gründet. Sie ist sehr einfach als regelmäßige Bestimmung 
auszuführen und sie gestattet, den Gesamtstickstoff'in 1 ccm 
«1er Flüssigkeit mit einer Genauigkeit von 1—2 °/o zu ermitteln. 
Der Stickstoff der stickstoffhaltigen Verbindungen der Flüssig¬ 
keit wird nach Kjeldahl in Ammoniak übergeführt; dieser wird 
dann nicht durch Titrieren,2) sondern kolorimetrisch nach 
Nessler bestimmt, wobei die gewöhnliche Wasseranalysen¬ 
methode möglichst nachgeahmt wird. 
') Vgl. z. B. die zahlreichen Modifikationen der Eroteinproben und 
der Wassermannschen Reaktion. 
*) Ras Titrieren mit sehr verdünnten Lösungen ist nicht mehr exakt.
        

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