Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Muskelchemie. Supplement zur IV. Mitteilung: Beobachtungen über die Wärmetrocknung des Muskelgewebes einiger Seetiere
Person:
Buglia, G. A. Costantino
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19853/3/
Beiträge zur Muskelchemie. 139 
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Reaktion eintritt. Dieser Verlust ist erheblicher während der 
ersten Stunden des Austrocknens, und bei den von uns der 
Untersuchung unterzogenen Tieren ist er am größten bei der 
Muskulatur von Scyllium catulus. Bei anderen Versuchen, 
die wir, stets bei der Temperatur von 100—102°, an den mit 
der Methode von Saxl1) mittels Chlorammonium aus dem 
Muskelgewebe des Scyllium und des Octopus erhaltenen Muskel¬ 
proteinen machten, bemerkten wir keinen Verlust an Substanz 
mit alkalischer Reaktion. Es ist jedoch anzunehmen, daß die 
oben erwähnten, alkalische Reaktion besitzenden Stoffe, die 
während der Austrocknung des Muskelgewebes ausgeschieden 
werden, von der Zersetzung einiger sogenannter «Extraktiv¬ 
stoffe» herrühren. 
Bei Scyllium catulus konnte konstatiert werden, daß 
die Neutralisierung der Säure zum großen Teil dem Ammoniak 
zuzuschreiben ist, das aus der Zersetzung des Harnstoffes, an 
dem die Gewebe dieser Tiere reich sind, herstammt. 
Wird dann die Temperatur des Ölbades auf 110—112° 
erhöht, so verliert das Muskelgewebe von Scyllium sowohl 
als von Octopus Stoffe, die saure Reaktion haben (Fettsäuren?); 
dies wurde von uns konstatiert, als wir die Salzsäurelösung 
(in die, wie oben bemerkt, die mit Kalilauge und Schwefel¬ 
säure gereinigte Luft nach Durchgang durch das das Muskel¬ 
gewebe enthaltende Gefäß geleitet wurde) durch eine titrierte 
Natronlauge ersetzten. 
Während der Versuche mit der Trocknung des Muskel¬ 
gewebes von Scyllium catulus bei 100—102° beobachteten 
wir ferner, daß sich nach 3 oder 4 Tagen langsam auf der 
Innenfläche des Gefäßes ein Niederschlag von kleinen, weißen, 
nadelförmigen Krystallen bildet. Die wässerige Lösung dieser 
Krystalle reagiert nicht auf Lackmuspapiér ; alkalisiert und bis 
zum Sieden erhitzt, entwickelt sie Dämpfe mit basischer Reaktion. 
Wir versuchten daraus das Chlorplatinat herzustellen, 
erhielten aber eine so kleine Menge, daß es uns nicht ermöglicht 
wurde, zu sicheren Schlußfolgerungen zu gelangen, 
l) P. Saxl, Hofmeisters Beitr., Bd. 9, S. 1, 1996.
        

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