Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die eßbaren indischen Schwalbennester
Person:
Zeller, Heinrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19849/4/
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Heinrich Zeller, 
erst durch Kochen mit etwas konz. Schwefelsäure gewonnen 
wird. Die Substanz dieses Nestes gab eine deutliche Xantho¬ 
protein- und Millonsche Reaktion, während die Substanz eines 
Nestes von Golloc. nidif. auch eine deutliche Xanthoprotein-, 
aber nur eine sehr schwache Millonsche Reaktion zeigte. 
Aus den kurz referierten Angaben ergibt sich, daß die 
Substanz des Vogelnestes zu den Glukoproteiden gehört. Von 
den bekannten Gliedern dieser Klasse, speziell von den Pro¬ 
dukten der Speicheldrüsen der Säugetiere weicht sie aber in 
vielen Punkten ab. 
Eine weitere Untersuchung erschien wünschenswert. Ich 
bin deswegen gerne der Aufforderung von Herrn Prof. Thier¬ 
felder, das Studium der Vogelnester weiter zu führen, gefolgt. 
Meine Untersuchungen galten im wesentlichen, um das gleich 
anzuführen, dem Kohlenhydratkomplex und den basischen Be¬ 
standteilen, welche bei der Hydrolyse auftreten. 
Untersuchungen über den Kohlenhydratkomplex. 
1. Das Material. Außer den aus Shanghai stammenden 
Nestern standen mir noch einige aus dem botanischen Garten 
in Buitenzorg und einige aus Siau und Mongodow1) zur Ver¬ 
fügung. Die Nester aus China waren von rein weißer Farbe, 
die aus Siau und Mongodow rostbraun, die aus Buitenzorg hell¬ 
gelb bis dunkelbraun. In Form und Größe stimmten sie alle 
überein : sie stellten den vierten Teil eines Ellipsoides dar, 
8 cm lang, 4 cm breit und 4 cm hoch. Alle zeigten deut¬ 
liche Schlierenbildung, Speichelfaden war auf Speichelfaden 
gelegt. Den dunkel gefärbten Nestern haften ziemlich viele 
Gesteinsteilchen an, allen, auch den ganz weißen Nestern 
Federchen, die aber nur mikroskopisch zu erkennen waren. 
Für die Untersuchung wurden die Nester zerrieben und auf 
einem Haarsieb geschüttelt; dabei blieben die Federn zum 
größten Teil zurück. Beim Zusammenbringen mit Wasser quollen 
die einzelnen Teilchen auf und erschienen nun unter dem Mi¬ 
kroskop als durchsichtige Plättchen mit aufgelagerten Verun- 
') l ür die Besorgung bezw. unentgeltliche Überlassung dieser Nester 
bin ich Herrn Missionar Schoch in Tomahon und Herrn Prof. Konings- 
berger in Buitenzorg zu Dank verpflichtet.
        

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