Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die eßbaren indischen Schwalbennester
Person:
Zeller, Heinrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19849/3/
Untersuchungen über die eßbaren indischen Schwalbennester. 87 
Green1) fand die Nester (von Collocal. nidifie.), in kaltem 
und heißem Wasser unlöslich, ebenso in verdünnter Salzsäure 
(5°/o) und verdünnten Alkalien, beim Kochen lösen sie sich in 
Natronlauge zu brauner Flüssigkeit. Sie sind gegen Magensaft fast 
ganz widerstandsfähig, werden aber von Pankreassaft ungefähr 
ebenso gut verdaut wie Fibrin, In Kalk- und Barytwasser lösen 
sie sich langsam. Die Lösung wird auf Zusatz von Essigsäure 
opalescent, gibt aber keinen Niederschlag, auch nicht auf Zu¬ 
satz von Ferrocyankalium; sie wird durch Alkohol flockig gefällt, 
gibt deutliche Xanthoproteinreaktion, aber keine Millonsche 
Reaktion. Bei vierstündigem Kochen mit 2°/o iger Schwefelsäure 
löst sich das Nest zu einer tiefbraunroten Flüssigkeit, welche 
beim vorsichtigen Neutralisieren mit festem Natriumcarbonat 
einen feinen Niederschlag von Acidalbumin ausfallen läßt. Das 
Filtrat reduziert Fe hl in gsche Lösung. Verdunstet man es zur 
Trockene, löst den Rückstand in Alkohol, filtriert die alkoholische 
Lösung und verdunstet wieder, so scheiden sich nach einiger 
Zeit «Krystalle von Zucker» aus. 
Kruckenberg2) beobachtete in Übereinstimmung mit 
Hoppe-Seyler und Green, daß die Nestsubstanz (von Collo¬ 
cal. spodiopyg., welche er vorher mit Wasser und Alkohol 
längere Zeit ausgekocht und der Einwirkung von Pepsinsalz¬ 
säure ausgesetzt hatte) sich innerhalb von 2—3 Tagen in 
gesättigtem Barytwasser löste. Die durch Schwefelsäure von 
Baryt befreite Lösung wurde durch Alkohol gefällt. Der Nieder¬ 
schlag löste sich in Wasser in jedem Verhältnis zu einer 
gummösen, aber nie fadenziehenden oder gelatinösen Flüssig¬ 
keit auf. Diese Flüssigkeit wurde nicht gefällt durch Essig¬ 
säure, Essigsäure und Ferrocyankalium, Alaun, Silbernitrat, 
Sublimat, Bleiacetat, Salpetersäure, dagegen vollständig durch 
neutrales Eisenchlorid und basisches Bleiacetat, weniger reich¬ 
lich durch Salzsäure -j- Phosphormolybdänsäure und Queck¬ 
silbernitrat. Sie reduzierte alkalische Kupferlösung beim Kochen. 
Diese Reaktion wird durch geringe Beimengungen des zucker¬ 
artigen Spaltungsprodukts bedingt, welches in reichlicher Menge 
*) Journ. of Physiol., Bd. 6, S'. 40 (1885). 
*) Zeitschr. Biol, NF. Bd. 4, S. 261 (1886). 
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