Bauhaus-Universität Weimar

Über die Gentiobiose. 
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entsteht. Diese Methode zur Klärung von stark verunreinigten 
und Kolloide enthaltenden Flüssigkeiten wurde zuerst von 
L. Michaelis und P. Rona1) vorgeschlagen. Um die nötige 
Menge der Eisenhydroxydlösung zu ermitteln, vermischt man 
die Masse mit wenig reiner Tierkohle und prüft, nach zeit¬ 
weisem Zusatz von Eisenhydroxyd, ob das Filtrat einer Probe 
durch die Tierkohle getrübt und schlecht filtrierbar ist. Diese 
Eigenschaften zeigen sich bei der Filtration der Flüssigkeit, 
wenn nicht genügende Mengen der Eisenhydroxydlösung zu¬ 
gegen sind. Ist die nötige Menge erreicht, so gelingt die Fil¬ 
tration sehr leicht, das Filtrat ist vollkommen klar und ent¬ 
hält kaum nachweisbare Eisenmengen. Man muß sich hüten 
vor einem Überschuß der Eisenlösung, denn der ausgeschiedene 
Niederschlag geht dann teilweise wieder in Lösung. Die Flüssig¬ 
keit wird jetzt auf große Filter gegossen, und wenn nichts mehr 
abtropft, wird der Rückstand unter 200 Atmosphären abge¬ 
preßt. Das Filtrat wird mit wenig Tierkohle aufgekocht, filtriert 
und unter vermindertem Druck auf atwa 1 1 verdampft. Die 
Flüssigkeit enthält nach der Titration mit Fehlingscher Lösung 
78 g Zucker auf d-Glukose berechnet. Sie wird mit gewöhn¬ 
licher Bäckerhefe bei Zimmertemperatur in Gärung gesetzt, 
und nach etwa 24 Stunden, wenn die Gärung nachläßt, werden 
die Proteine wiederum mit kolloidalem Eisenhydroxyd entfernt, 
dann mit Tierkohle gekocht, und das Filtrat, das jetzt bei der 
Titration 32 g Zucker auf d-Glukose berechnet enthält, unter 
vermindertem Druck verdampft. Eine Probe der nach der 
Gärung erhaltenen geklärten Flüssigkeit wurde mit Phenyl¬ 
hydrazinchlorhydrat und Natiumacetat V* Stunden im Wasser¬ 
bade erwärmt. In der Hitze war keine Ausscheidung von 
Osazon zu beobachten, dagegen gab das Filtrat nach dem 
Erkalten eine kräftige Fällung von amorphem Phenylgentio- 
biosazon. 
Der Abdampfrückstand wurde mit 1 1 90Poigern Alkohol 
ausgekocht. Beim Erkalten der Flüssigkeit wurde eipe amorphe 
*) Biochem. Zeitschrift, Bd. 2, S. 219 (1906); Bd. 5, S. 365 (1907); 
Bd. 7, S. 329 (1908); Bd. 8, S. 356 ; Bd. 13, S. 121; Bd. 14, S. 476 (1908); 
Bd. 16, S. 60; Bd. 18, S. 375, 514 (1909).
        

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