Bauhaus-Universität Weimar

Weitere Beiträge zur Kenntnis einfacher Pflanzenbasen. 373 
worden ist, da bei einer Untersuchung des sogenannten ♦dal¬ 
matinischen Insektenpulvers» an Stelle des Chrysanthemins ein 
Gemisch von Basen erhalten wurde, aus welchem Cholin und 
Stachydrin isoliert werden konnten.1) 
Vor der Auffindung der Konstitution des Stachydrins war 
dieser nahe Zusammenhang zwischen den Aminosäuren der 
Eiweißstoffe und den Betainen nicht zu erkennen gewesen, denn 
das Trigonellin zeigte diese Beziehung zu den Spaltungspro- 
dukten der Proteine nicht und für das Betain par excellence, 
das Glykokollbetain, wie es zweckmäßig zu bezeichnen ist, 
stand eine andere Beziehung im Vordergründe. Als Oxydations¬ 
produkt des Cholins war seine Entstehung und Bedeutung hin¬ 
länglich erklärt, umsomehr als es von vielen als Spaltungs¬ 
produkt von Lecithinen, gleich dem Cholin, betrachtet wurde. 
Auch die dem Tierkörper eigentümlichen Betaine zeigten dieses 
einfachste Verhältnis zu Eiweißbausteinen nicht. Nach den 
Untersuchungen von Takeda,*) Ackermann, Engeland und 
Kutscher3) entstehen diese (y-Butyrobetain, Carnitin) aus der 
Glutaminsäure, welche zunächst zu y-Aminobuttersäure ab¬ 
gebaut wird. Eine ähnliche Abstammung wie die genannten 
Betaine könnte auch das von Kutscher und Ackermann4) 
aus Krabbenextrakt isolierte Methylpyridinammoniumhydroxyd 
besitzen: 
COOH 
COOH 
CO 
1 
1 
1--( 
) 
CH, 
1 
CH, 
* J.«. 
CH, 
1 
CH, 
^ CH, 
CH, 
CH-NH, 
COOH 
CH,—NH, 
CH,—Î 
*=(CH,), 
Glutaminsäure. 
y-Aminobuttersäure. 
y-Butyrubetain. 
*) K. Yoshimura und G. Trier, Diese Zeitschrift, Bd. 77, S.290 
(1912). 
*) Takeda. Pflügers Archiv, Bd. 133, S. 365 (1910). 
3) Ackermann u, Kutscher, Diese Zeitschrift, Bd. 69, S. 265 (1910). 
Ackermann, Diese Zeitschrift, Bd. 69, S. 273 (1910). 
Engeland u. Kutscher, Diese Zeitschrift. Bd. 69J S. 282 (1910). 
4) Kutscher und Ackermann, Zeitschrift f. Unters, d. Nahrungs¬ 
und Genußmittel, Bd. 14, S. 687 (1907).
        

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