Bauhaus-Universität Weimar

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Georg Trier, 
Nach diesen Ermittlungen kann wohl kein Zweifel sein, 
daß hier das von Jahns beschriebene Guvacin vorlag. Eine 
andere Frage ist es, ob die als Guvacin bezeichnete Verbindung 
einheitlich ist. Jahns trennte die nach Abscheidung von Are- 
colin, Arecaidin und Cholin erhaltenen Verbindungen durch 
Überführung in die freien Basen und fraktionierte Krystal- 
lisation derselben aus verdünntem Alkohol. Die einzelnen Frak¬ 
tionen wurden durch den Schmelzpunkt (Zersetzungspunkt) auf 
ihre Reinheit geprüft. Neben dem höchstschmelzenden Guvacin 
(«färbt sich bei 265° dunkel, schmilzt dann bei 271—272° 
unter Zersetzung») erhielt Jahns eine etwas niedriger schmel¬ 
zende Verbindung (265—270°), welche ein Platinsalz vom 
gleichen Platin- und Wassergehalt1) wäe das Guvacin lieferte. 
Die Verbindung unterschied sich aber vom Guvacin und Arecain 
in ihrem Verhalten bei der Methylierung. Sie bildete eine Di- 
methylverbindung. 
«Es mußte also in dem bei 265—270° schmelzenden 
Basengemenge neben Guvacin noch ein anderes Alkaloid 
stecken, das zwar dieselbe Zusammensetzung wie dieses zu 
besitzen scheint, sich aber von ihm durch die Fähigkeit, zwei 
Wasserstoffatome gegen Methyl auszutauschen, bestimmt 
unterscheidet» (Jahns). 
Es war bisher nicht bekannt, daß sich unter den Areca- 
basen auch optisch aktive Glieder befinden. Nach Abscheidung 
der ersten Fraktion des salzsauren Guvacins blieben 1,879 g 
Chloride zurück (welche noch etwas KCl enthielten), ln 25 ccm 
Wasser gelöst wurde im 2 dm-Rohr bei 20° eine Drehung 
von nur + 0,10° wahrgenommen; [a]n wäre daher + 0,66. 
Beim Einengen schied sich aus der Lösung Guvacin- 
chlorid aus. 0,2560 g in 6,1 ccm H,0 gelöst, drehten im 1 dm- 
Rohr bei 20° + 0,23°. Daraus berechnet sich [a]D = -f- 5,5°. 
Wahrscheinlich ist dies jedoch noch nicht die spezifische 
Drehung des salzsauren Guvacins. Es erscheint mir, insbe¬ 
sondere mit Bezug auf die obigen Angaben von Jahns, viel 
wahrscheinlicher, daß hier ein Gemisch einer optisch aktiven 
mit einer optisch inaktiven Base vorlag. 
*) Gefunden wurden 10,15°/<> H,0.
        

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