Bauhaus-Universität Weimar

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Sudanbraun. 
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Sudan 111. 
Beide Farbstoffe färben Wolle in schwach essigsaurer 
Flotte trotz ihrer Schwerlöslichkeit in Wasser gleichmäßig 
kräftig an, ersterer braunorange, letzterer rotorange. Die Fär¬ 
bungen werden durch verdünntes Ammoniak weder verändert 
noch von der Faser abgezogen. p-Oxyazobenzol färbt Wolle 
schön, aber nicht wasser- oder ammoniakbeständig an (ebenso 
sind die Färbungen von Aurin auf Wolle unbeständig). 
Es ist noch zu bemerken, daß die Nitrosonaphthole und 
das Dinitrosoresorcin ohne Zuhilfenahme von metallischen Beizen 
sehr schöne und intensive braune Färbungen auf Wolle ergeben. 
Diese Körper reihen sich demnach als Chinonoxime dem Nitro- 
sophenol (Chinonmonoximj vollständig an und geben mit Wolle 
chinonanilidartige Verbindungen. 
Man faßt ja heute alle Farbstoffe als chinonartige Körper 
auf, weshalb es naheliegend wäre, die mit Farbstoffen erzielten 
Färbungen auf Wolle unter Beziehung auf die eben mitgeteilten 
Resultate dieser Arbeit in einheitlicher Weise entstanden an¬ 
zusehen. Es wäre aber meiner Ansicht nach falsch oder min¬ 
destens verfrüht, dies zu tun. Wenn auch hier nachgewiesen 
wurde, daß für viele Farbstoffe die Bildung von chinonanilid- 
artigen Verbindungen mit Wolle zutreffend erscheinen mag, 
so ist anderseits das eine Resultat dieser Arbeit entgegenzu¬ 
halten, daß das Zustandekommen solcher chinonanilidartiger 
Verbindungen abhängig ist von der Bedingung, daß die Wasser¬ 
stoffatome in bestimmter Stellung in den Chinonen nicht sub¬ 
stituiert sein dürfen. Außerdem ist zu bedenken, daß mit 
Zunahme der sauren Gruppen die Salzbildung als Ursache der 
Färbung immer mehr in den Vordergrund tritt, und endlich, 
daß auch die mit der Molekulargröße und dem Mangel von 
Sulfogruppen zunehmende Schwerlöslichkeit der Farbstoffe eine 
Rolle spielen muß.
        

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