Bauhaus-Universität Weimar

liber Vorgänge beim Färben animalischer Fasern. 317 
phenolen oder der Nitrosalicylsäure trifft dies zu, bei vielen 
anderen Farbstoffen indes nicht. Es kann also die Salzbildung 
zwischen Wolle und Farbstoff nicht die alleinige Ursache der 
Haftechtheit der Färbung sein. Allerdings wird die größere oder 
geringere Löslichkeit eines solchen Salzes eine gewisse Holle 
spielen, welche Eigenschaft wohl auch von der Molekulargröße 
und Beschaffenheit des Farbstoffes abhängig sein wird. Indessen 
wird eine nur auf der Bildung eines Salzes beruhende Färbung 
stets reversibel sein müssen. Gestützt wird diese Anschauung 
durch die Tatsache, daß mit Zunahme der Sulfoxylgruppen im 
Molekül eines Farbstoffes wohl die Haftfestigkeit gegen Wasser 
bei den Färbungen zunimmt, daß aber die Reversibilität der 
Färbung mit schwach alkalischen Mitteln ebenfalls rapid zu- 
nimmt. Im selben Maße, in dem also die Färbung mehr und 
mehr einer Salzbildung nahekommt, im selben Maße steigt auch 
die Reversibilität der Färbung, die Unechtheit gegen schwach 
alkalische Mittel. 
Eine so wichtige Rolle demnach die Salzbildung beim 
Färben der Schafwolle auch spielt, allein ist sie nicht die Ur¬ 
sache der Echtheit der Färbung; es muß noch ein weiteres 
wichtiges Moment hinzukommen, um eine echte Färbung, die 
nicht reversibel ist, zu erhalten. 
‘ 
III. Das Verhalten der animalischen Fasern gegen Chinone. 
Im Jahre 1908 machte ich die Beobachtung, daß Gloria¬ 
stoff (Wolle und Seide) durch Chinone in wässeriger Lösung 
intensiv angefärbt wird. Diese gelegentliche Beobachtung deutete 
ich damals in der Weise, daß durch die basischen Bestandteile 
der Wolle eine Färbung der Chinonlösung unter Mitwirkung des 
Luftsauerstoffes eintritt und der gebildete Farbkörper dann die 
Wolle anfärbt. 
Mittlerweile ist indes eine Arbeit von E. Fischer und 
Hans Schrader1) über die Einwirkung von Chinofi auf Amino¬ 
säureester erschienen und hat sich W. Siegmund2) mit der 
Einwirkung von a-Aminosäuren auf Chinone auch in wässeriger 
l) Ber., Bd. 43, I, S. 525 fP.HOj. 
*) Journ. f. pr. Cliem.. Bd 8*2. S. 40!< ( 1910>
        

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