Bauhaus-Universität Weimar

Einwirkung von Stickoxyd auf Diastase. 
VII. Mitteilung. 
Von 
Theodor Panzer. 
(Der Redaktion zugegangen am 29. April 1913.) 
In früheren Abhandlungen1) ist nachgewiesen worden, daß 
die Diastase eine Atomgruppe enthält, welche für die dia- 
statische Wirkung notwendig ist, und welche sich mit Chlor¬ 
wasserstoff verbinden kann. Diese Atomgruppe hat keine 
basischen Eigenschaften, ihre Verbindung mit Chlorwasserstoff 
ist kein Salz. Sie kann demnach weder die Aminogruppe, 
noch eine alkylierte Aminogruppe sein. Die Frage, ob außer 
der in Kede stehenden Atomgruppe noch die Aminogruppe zur 
diastatischen Wirkung notwendig ist oder nicht, soll derzeit 
nicht angeschnitten werden. Die fragliche Atomgruppe ist auch 
nicht die Aldehydgruppe, weil bewiesen wurde, daß die Alde¬ 
hydgruppe für die diastatische Wirkung nicht notwendig ist. 
In dem Bestreben, die chemische Natur dieser Atomgruppe 
zu erkennen, sollten zunächst verschiedene Atomgruppen, welche 
Chlorwasserstoff binden können, systematisch daraufhin unter¬ 
sucht werden, ob sie für die diastatische Wirkung von Belang 
sind. Als erste der Gruppen, welche in diesem Sinne geprüft 
werden sollten, wählte ich die Gruppe zweier doppelt ge¬ 
bundener Kohlenstoffatome. 
Ein für den vorliegenden Zweck ideal zu nennendes 
Reagens müßte sich unter Lösung der doppelten Bindung an 
die beiden Kohlenstoffatome anlagem, sollte aber außer dieser 
Verbindung mit keiner anderen Atomgruppe reagieren und 
sollte insbesondere auch keine tiefgreifenden Veränderungen der 
Konstitution bewirken. Von den zahlreichen Reagentien, welche 
zum Nachweis doppelt gebundener Kohlenstoffatome verwendet 
worden sind, entspricht wohl keines diesem Ideal. Es bleibt 
also nichts anderes übrig, als mehrere von jenen Stoffen, welche 
sich an Doppelbindung anlagern können, in mehreren Ver- 
‘) Diese Zeitschrift, Bd. 82. S. 276; vgl. auch Bd. 84, S. 161.
        

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