Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge air partiellen Hydrolyee der Cellulose. 
Von 
Dr. Géca Zemplén. 
(Aus d.'m chemischen Institut der Hochschule für Forstwesen is Selmeczbânya.) 
I Der Redaktion zugegangen am 17. April 1913.) 
Seitdem Skraup und König1) bei der partiellen Hydro¬ 
lyse der Cellulose in den Besitz der schön krystallisierenden 
Cellobiose gelangten, haben sich mehrere Forscher2) mit 
den Bildungsbedingungen und mit den Eigenschaften dieses 
interessanten Disaccharids beschäftigt. Dabei wurde die par¬ 
tielle Hydrolyse der Cellulose immer durch gleichzeitige Ein¬ 
wirkung von konzentrierter Schwefelsäure und Essigsäure¬ 
anhydrid ausgeführt. 
Ich habe mir die Aufgabe gestellt, zu untersuchen, wie 
sich die Cellulose verhält, wenn man sie der getrennten Ein¬ 
wirkung der beiden Agentien aussetzt. Demnach wollte ich 
die durch Schwefelsäure allein gebildeten Abbauprodukte der 
Cellulose mit Essigsäureanhydrid acetylieren. Bei der letzteren 
Operation war mir die Anwendung der konzentrierten Schwefel¬ 
säure wieder unvermeidlich, und deshalb hat sich die Frage 
wie folgt modifiziert: 
Wie verhält sich die mit Schwefelsäure zuvor 
partiell hydrolysierte Cellulose unter den Bedingungen 
der Acetolyse, die aus normalen Cellulosen zur Bil¬ 
dung von Oktacetylcellobiose führen? 
Bei der Einwirkung der starken Schwefelsäure werden 
gewisse Bindungen im Cellulosemolekül langsam gelöst und es 
entsteht eine Reihe von Produkten, deren erstes, faßbares Glied 
Amyloid genannt wird. Diese Substanz bildet sich auf der Ober- 
') Zd- Skraup und J. König, Monatshefte für Chemie. Bd. 22. 
S. 1011 (1901). 
*) Maquenne undGoodvin, Bulletin de la société chimique [SJ. 
Bd. 31, S. 854 (1907). — Zd. Skraup, Über Stärke, Glykogen und Cellu¬ 
lose. — E.Geinsperger, Monatshefte für Chemie, Bd. 26, S. 1415 (1905).- 
Emil Fischer und Géza Zemplén, Liebigs Annalen, Bd. 365, S. 1 
(1909); Bd. 372, S. 254 (1910). — Ber. 
    

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