Bauhaus-Universität Weimar

Über die Autolyee der Thymus. 
Von 
Dr. M. Kashiwabara aus Takamatsu in Japan. 
(Auf« der chemischen Abteilung des pathologischen Instituts der Universität Iterlin.) 
(Der Redaktion zugegangen am iti. April 19t:t.) 
In einer Reihe von Untersuchungen aus dem genannten 
Laboratorium sowie von anderer Seite ist festgestellt worden, 
daß bei der antiseptischen Autolyse der Leber Monoamino¬ 
säuren, Albumosen in geringer Menge und Purinbasen auf- 
treten, die Summe dieser Körper aber natürlich nicht aller 
nicht koagulierbaren Stickstoffsubstanz entspricht, vielmehr 
ein Teil derselben durch Diaminosäuren, Pepton und Ammoniak 
repräsentiert wird. Der Anteil dieser ist bisher nur auf rechne¬ 
rischem Wege festgestellt worden, indem die Summe des N 
der Monoaminosäuren, der Albumosen und der Purinbasen von 
dem N der unkoagulierbaren N-Substanz in Abzug gebracht ist. 
Diese Aufteilung des N gibt natürlich nur eine allgemeine 
Vorstellung und berücksichtigt namentlich die iq der Leber 
präformiert enthaltenen wasserlöslichen N-haltigen Extraktiv¬ 
stoffe nicht, welche der Hauptsache nach jedenfalls in der 
Monoaminosäurefraktion erscheinen dürften, kann aber immer¬ 
hin bei Versuchen über den Einfluß von Säuren und Alkalien auf 
die Autolvse, sowie über den Einfluß verschiedener Antiseptica 
an Stelle von Chloroform usw. als Maßstab benutzt werden. 
Vor einer Reihe von Jahren ist nun Kutscher1) bei 
der Autolyse der Thymus, indem er einen ganz anderen Weg 
zur Feststellung der Produkte, als er hier verfolgt wird, ein- 
schlug, zu einem durchaus abweichenden Resultat gekommen. 
Kutscher* *) spricht sich hierüber folgendermaßen aus: 
«Die Selbstverdauung der Thymus hatte demnach das 
überraschende Resultat ergeben, daß von den hydrolytischen 
‘) Diese Zeitschrift, Bd. 84, S. 114. 
*) L c., S. 117. 
Hoppe-Seyler’a Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXV. 
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