Bauhaus-Universität Weimar

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Kurt Fessier. 
Phlobaphen. Die Versuche, reine Gerbstoffe zu erhalten aus 
alkoholischer Lösung mittels Destination und nachfolgender 
Extraktion mit Essigäther, schlugen fehl. Ebensowenig gelang 
dies aus wässerigen Lösungen, die mit Bleiacetat gefällt und 
deren Niederschlag mit Schwefelsäure oder Schwefelwasserstoff 
zersetzt und mit Essigäther extrahiert wurde. 
Ein festes, dunkelbraunes Produkt erhält man aus wässe¬ 
rigen Extrakten, wenn man mehrmals mit Alkohol fällt. Es 
hinterbleibt ein goldgelbes Filtrat, das zu einer fettigen Masse 
von zusammenziehendem Geschmack und an Honig erinnerndem 
Geruch eindunstet. Der dunkelbraune Niederschlag ist von zäher, 
klebriger Art und trocken ein klumpenbildendes Pulver, löslich 
in Wasser, unlöslich in Alkalien, Äther und Alkohol. 
Salzsäure wird beim Erhitzen mit dem Pulver gerötet, 
ohne es zu lösen, in gleicher Weise wird Salpetersäure gelb, 
dagegen löst Schwefelsäure zu brauner Flüssigkeit. 
Die wässerige Lösung des Niederschlags reduziert Feh- 
lingsche Lösung und gibt mit Eisenchlorid grüne Fällung. 
Die bei der trockenen Destillation des braunen Pulvers 
entstehenden Dämpfe röten einen mit Salzsäure befeuchteten 
Fichtenspan. Die Kalischmelze lieferte Spuren von Phloroglucin. 
die durch eine geringe Rotfärbung auf Zusatz von Vanillin 
und Salzsäure zur ätherischen Lösung sich bemerkbar machten. 
Auf Grund dieser Eigenschaften dürfte das Phlobaphen in die 
Pyrocatecholgerbstoffgruppe einzureihen sein. 
Von weiterreichendem Interesse dürfte die durch diese 
und die Untersuchungen Fischers erbrachte Feststellung sein, 
daß die Buchweizenkrankheit unserer Haustiere auf die photo- 
dynamische Wirkung des Buchweizenchlorophylls zurückzu¬ 
führen ist. 
Literatur. 
1. Joh. Fischer, Untersuchungen über einige Bestandteile des Buch¬ 
weizens in Rücksicht auf die Ätiologie der Buchweizenkrankheit 
Dissertation Bern. Köln-Ehrenfeld 1909. 
2. L. Marchlewski. Die Chemie der Chlorophylle und ihre Beziehung 
zur Chemie des Blutfarbstoffs. Braunschweig 1909.
        

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