Bauhaus-Universität Weimar

Untersuchungen an Buchweizensamenschalen. 
Von 
Kurt Fessier, Heiligenstadt. 
(Aus dem physiologischen Institut der Kgl. Tierärztl. Hochschule zu Hannover 
Direktor: Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Te reg.) 
(Der Redaktion zugegangen am 12. April 1913.) 
Im Nordwesten Deutschlands wird Buchweizen auf kargem 
Boden häufig als genügsame Kulturpflanze angebaut. Seine 
braunen Früchte werden in besonderen Buchweizenmühlen von 
den harten Schalen befreit und zu Mehl verarbeitet. Kleie, Körner 
und grüner Buchweizen dienen als Viehfutter, auch die Schalen 
werden, obwohl sie keinen Futterwert besitzen, unter das 
Futter gemengt. Schon seit Jahren beobachtete man an Haus¬ 
tieren, denen diese Nahrung geboten wurde, eigenartige Krank¬ 
heitserscheinungen, die besonders an Tieren mit nichtpigmen- 
tierter Haut auftraten, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt 
waren. Im Jahre 1909 wurde von Joh. Fischer^) als photo¬ 
dynamische Ursache hierfür ein grüner Farbstoff gefunden, der 
namentlich in den braunen Samenschalen reichlich vorhanden 
ist und nicht mit Chlorophyll identisch sein sollte. Diese Fest¬ 
stellung gab die Veranlassung zu weiteren Untersuchungen an 
Buchweizensamenschalen, über die ich hier Bericht erstatten 
möchte. 
Die Buchweizensamen sind Schließfrüchte, deren Schale 
aus drei harten in scharfen Kanten aneinander stoßenden 
Teilen besteht. Die mikroskopische Betrachtung eines solchen 
Teiles zeigt einen Aufbau aus drei Zellschichten, eine vierte 
Zellschicht, die innere Epidermis, ist nur in Resten vorhanden 
bei den aus den Mühlen stammenden Schalen. Die äußere 
Epidermis besteht aus tafelförmigen Zellen, die hin und wieder 
braun gefärbt sind. Darunter befindet sich eine mehrschichtige
        

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