Bauhaus-Universität Weimar

oder dal) man genau den Unterschied kennt, um die abgelesenen 
Volumina danach korrigieren zu können. 
Aus den Versuchen X und XIV geht hervor, daß Trauben¬ 
zucker einen bedeutenden Einfluß auf den Dekompositions- 
prözeß hat, und ferner, daß verschiedene Mengen Trauben¬ 
zucker verschiedenen Einfluß haben. Mit zuckerhaltigem Harn 
kann man daher keine genauen Resultate mit dieser Methode 
erzielen, denn selbst wenn man sicher wäre, daß die Trauben¬ 
zuckerkonzentration so groß ist, daß man mit dem ange¬ 
wendeten Reagens eine maximale Gasentwicklung erzielte, so 
würde das Ergebnis doch weniger genau werden, indem die 
Harnstoff- und die Ammoniakkorrektion sehr verschieden aus- 
fallen würde. Außerdem weiß man nichts darüber, wie Trauben¬ 
zucker die Dekomposition der anderen stickstoffhaltigen Harn¬ 
bestandteile beeinflußt. 
Der einzige, freilich sehr ernste, Einwand, den man gegen 
die Anwendung der Bromnatronmethode bei normalem Harn 
ohne vorhergehende Behandlung des Harns erheben kann, bleibt 
der, daß ein Teil anderer Harnbestandteile ebenfalls unter Ein¬ 
wirkung von Bromnatron Gase entwickele. Kreatinin -f Harn- 
säure -J- die übrigen stickstoflartigen organischen Harnbestand¬ 
teile werden im normalem Menschenharn bis zu 8,2% und 
im stickstoffarmen Harn bis zu 26,9% des Totalstickstoffs des 
Harns angegeben. Geht man von diesen Zahlen aus, die eher 
zu niedrig sind, und will man rechnen, daß diese Stoffe im 
Durchschnitt nur 20% ihres Stickstoffs unter dem Einfluß von 
Bromnatron abgeben, so würde man dadurch Zahlen für Harn¬ 
stoff -f- Ammoniak erhalten, die bezw. knapp 2% und gut 5% 
zu hoch sein würden. Da auch die absolute Menge dieser Stoffe 
in stickstoffreichem und stickstoffarmem Harn verschieden ist, 
wenn auch bedeutend weniger variabel als die prozentische 
Menge, und da sie sich ferner nicht mit derselben Leichtigkeit 
dekoraponieren lassen, so würde es, wie ich bereits früher 
erwähnt habe, nicht möglich sein, sie mit hinreichender Ge¬ 
nauigkeit zu korrigieren. 
Lm den Fehler zu beseitigen, oder vielmehr zu verringern, 
den diese Stoffe verursachen werden, habe ich deswegen den
        

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