Bauhaus-Universität Weimar

8H0 Marie Krogh, 
der Kritik gemacht und Versuche zum Vergleich zwischen der 
Bromnatronmethode nach Hüfner mit der Mörner-Sjö- 
quistschen Methode mit Zersetzung nach Folin angestellt hat. 
Mörner fand, daß die Harnstoffmenge nach der ersten Me¬ 
thode größer war als nach der letzteren, von 9°/o bis 418°/o 
größer. Von der Voraussetzung ausgehend, daß die Mörner- 
Sjöquist-Folinsche Methode die richtige Harnstoffzahl gibt, 
»nüßte folglich die Bromnatronmethode als unbrauchbar an¬ 
gesehen werden. 
Die wesentlichsten der Ein wände, die gegen die Brom¬ 
natronmethode zur Bestimmung von Harnstoff im Harn erhoben 
worden sind, waren folgende : 
1. Daß der Harnstoff und die Ammoniaksalze nicht gleich 
leicht zerlegt werden. Mörner1) fand, daß Ammoniak leichter 
zerlegt wird als Harnstoff, und ist daher im Gegensatz zu 
G a me rer*) und Huppert2) der Ansicht, daß die Ammoniak¬ 
korrektion geringer werden muß als die Hüfnersche Korrektion. 
2. Daß außer Ammoniak und Harnstoff auch noch andere 
von den stickstoffhaltigen Bestandteilen des Harns mit Brom¬ 
natron reagieren. So hat man gefunden, daß Harnsäure bis 
17,8 %,*) Kreatin ca. 66°/o,2) Kreatinin 37,4—60 °/o,-) Allan- 
toin 25—50°/o und Oxvproteinsäure ca. 20°/o2) von ihrem 
Stickstoff abgaben. Auch genuine Proteinstoffe sollten Stickstoff 
abgeben. 
8. Daß die Zeit, die die Reaktion währte, eine Rolle 
spielte, indem einige Bestandteile bei längerer Einwirkung 
weniger Stickstoff abgeben sollten, andere mehr. 
I. Daß die Menge des frei gewordenen Stickstoffes ferner 
von der Zusammensetzung des Reagens abhängig war. So 
fanden Schenck, Pflüger, Falk und Arnold,3) daß, je alka¬ 
lischer das Bromnatron war, desto mehr Stickstoff frei wurde. 
Ouinquaud4) fand, daß, wenn er zwei gleich großen Volumina 
von Natriumhydroxyd ungleich große Brommengen zusetzte, 
') Sk and. Archiv f. Physiol., Bd. 14, S. 326. 
*J Zit. nach Mörner, ibid., S. 322. 
‘) Zit. bei Moreigne, Thèse p. le Doct. en Médecine, 1835, S. 123- 
4) Zit. nach Hamburger, Zeitschrift f. Biol., Bd. 20, S. 303.
        

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