Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Kenntnis der synthetischen Fähigkeiten der tierischen Zelle: Die Wirkung des Salpeters (Natriumnitrats) auf den Stickstoffwechsel
Person:
Abderhalden, Emil Paul Hirsch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19707/3/
Zur Kenntnis der synthetischen Fähigkeiten der tierischen Zelle. 191 
direkter Stickstoffbestimmungen festgestellt worden. Zu den 
einzelnen Versuchen ist folgendes zu bemerken. 
Hund 1 (Hertha) erhielt an 3 Tagen Fleisch -f 5 g Sal¬ 
peter und an drei auf diese Periode folgenden Tagen nur 
Salpeterstickstoff. Der in dieser Form zugeführte Stickstoff 
erschien quantitativ im Harn wieder. Die Stickstoffretention 
war an den Fleischtagen beträchtlich. Bei dem am Hunde 
Helena ausgeführten Versuche wurde zunächst an 7 Tagen 
Salpeter verabreicht. Der Salpeterstickstoff wurde nicht so 
regelmäßig ausgeschieden, wie beim vorhergehenden Versuche. 
Es erschien auch nicht der gesamte Salpeterstickstoff im Harne 
wieder. Leider wurde versäumt, im Kote den Salpeterstickstoff 
zu bestimmen. Daß während der Salpeterfütterung die Re¬ 
sorption gestört war, geht aus den auffallend hohen Kotstick¬ 
stoffwerten in dieser Periode hervor. Der gleiche Hund erhielt 
dann an noch 3 Tagen Salpeter und schied den Salpeterstick¬ 
stoff quantitativ aus. 
Der dritte Hund (Schnauzerl) erhielt 9 Tage lang Natrium¬ 
nitrat. Es erfolgte prompte Ausscheidung des zugeführten 
Salpeterstickstoffes. Die Stickstoffbilanz — ohne Berücksichti¬ 
gung der Salpeterstickstoff-Zu und Ausfuhr — wurde bei diesem 
Versuche nicht im Sinne einer Stickstoffretention beeinflußt. 
Endlich haben wir noch einen Versuch an einem Schweine 
ausgeführt. Es erhielt an 15 Tagen Salpeter. Auch hier wurde 
der Salpeterstickstoff quantitativ im Harne ausgeschieden. 
Bestimmung des Salpeterstickstoffs. 
Wir bestimmten den Salpeterstickstoff des Harnes, indem 
wir ihn zu Ammoniak reduzierten. Wir bedienten uns in. unseren 
Versuchen zweier Methoden. In Versuch I (Hund Hertha) be¬ 
stimmten wir den Salpeterstickstoff nach dem von Devarda 
angegebenen, wie unten mitgeteilt, etwas modifizierten Ver¬ 
fahren. Wir verweisen auf die in Treadwells Lehrbuch der 
analytischen Chemie, Band II, S. 342 (4. Auflage 1907) gemachten 
Angaben. Wir verfuhren, wie folgt/ Wir bestimmten einmal iii 
5 ccm Harn den Gesamtstickstoff nach Kjeld a hl. Des weiteren 
in 5 ccm Harn den Ammoniakstickstoff nach dem Verfahren von
        

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