Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Kenntnis der synthetischen Fähigkeiten der tierischen Zelle: Die Wirkung des Salpeters (Natriumnitrats) auf den Stickstoffwechsel
Person:
Abderhalden, Emil Paul Hirsch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19707/2/
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Emil Abderhalden und Paul Hirsch, 
quantitativ im Harne wieder. Er nimmt somit sicher 
keinen direkten Anteil am Eiweißstoffwechsel. Trotz¬ 
dem kam es in zwei Versuchen zu Stickstoffreten¬ 
tionen, wenn man diejenige Stickstoffbilanz betrachtet, 
die dem nicht in Form von Salpeter zu- und ausge- 
tüiirten Stickstoff entspricht. Diese Beobachtungen 
zeigen klar und deutlich, daß Stickstoffretentionen 
eintretén können, ohne daß Stoffe zugeführt werden, 
die zum Eiweißstoffwechsel in irgend welche direkte 
Beziehungen treten. Diese Feststellung steht im Einklang 
mit Versuchen von Pescheck,1) der mit nichtstickstoffhaltigen 
Salzen Stickstoffretention erhielt. 
Unsere Versuche mahnen zu großer Vorsicht bei der 
Beurteilung von Stickstoffretentionen. Sie dürfen jedenfalls in 
keinem Falle ohne weiteres mit dem Eiweißstoffwechsel in 
direkte Beziehung gebracht werden. Noch viel weniger darf 
man von einer Verwertung des zugeführten stickstoffhaltigen 
Materiales zur Synthese von Aminosäuren oder gar von Ei¬ 
weiß sprechen. 
Es ist nicht ganz einfach, zu erklären, wie der Salpeter 
auf die Stickstoffbilanz wirkt. Er ist bekanntlich für den Or¬ 
ganismus nicht gleichgültig.*) Unsere Versuchstiere gingen alle 
unzweifelhaft an den Folgen der Salpeterfütterung zugrunde. 
Die relativ große Giftigkeit der salpetersauren Salze beschränkt 
die Stickstoffzufuhr in dieser Form ganz wesentlich. 
Was die Ausführung der Versuche anbetrifft, so ver¬ 
weisen wir auf die an dieser Stelle wiederholt gegebenen 
Schilderungen. Die Stickstoffbilanz ist ausschließlich auf Grund 
') Emst Peschek, Über Einwirkung von Ammoniaks&lzen und 
essigsauren Salzen auf den Stickstoffstoffwechsel des Fleischfressers. 
Biochem. Zeitschr., Bd. 45, S. 244—280 (1912). 
*) Vgl. z. B. Hertwig, Handbuch der Arzneimittellehre für Tier¬ 
ärzte, 4. Auflage, 1863, S. 488. - OrfiU, Toxikologie, Bd l, S. 174. - 
A B a r t h, Toxikolog. Untersuchungen über den Chilisalpeter. Inaug.-Dis- 
sert., Bonn 1879. — R. v. Jaksch, Die Vergiftungen, Wien 1910, S. 74. — 
E. Fr ohne r, Lehrbuch der Arzneimittellehre für Tierärzte. 8. Auflage, Stutt¬ 
gart 1909, S. 340. — Friedberger u. Fröhner, Lehrbuch der speziellen 
Pathologie und Therapie der Haustiere, 7. Auflage, Stuttgart 1908. S. 203.
        

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