Bauhaus-Universität Weimar

“ A. Kossel und F. Weiss, 
Nach Maßgabe der gefundenen Mengen Stickoxydul ent¬ 
fallen von diesen 30,7 Teilen Stickstoff 5,0 Teile auf die Nitro¬ 
gruppe und somit 25,7 Teile auf den Clupeinstickstoff. Aus 
den früheren Untersuchungen ergibt sich, daß von 100 Teilen 
Clupeinstickstoff 88 bis 89 Teile im Arginin enthalten sind. Hätte 
jedes Argininmolekül eine N02-Gruppe aufgenommen, so müßte 
die Menge der Nitrogruppen 18,5 °/o des Nitroclupeins betragen, 
die gefundene Menge des Stickoxyduls entsprach jedoch nur 
16,2 °/o des Nitroclupeins, d. h. sie war so groß, als ob nur 
etwa 90°/o des Arginins im Glupein eine Nitrogruppe aufge¬ 
nommen hätte. 
Anders gestaltete sich das Resultat bei dem nitrierten 
Kdestin des Hanfsamens. Wir überzeugten uns zunächst, daß 
1 g dos ursprünglichen nicht nitrierten Edestins bei 21 stän¬ 
diger Digestion mit Natronhydrat im Vakuum bei 38° unter 
den obigen Versuchsbedingungen keine in Betracht kommenden 
Mengen Gas entwickelte. Hingegen erhielten wir beim nitrierten 
Kdestin folgende Zahlen: 
1. 0,5 g nitriertes Edestin (Präp. B, s. oben) gab 10,5 ccm 
Gas bei 18° und 762 mm, d. i. 3,8 °/o Stickoxydul. 
2. 0,5 g nitriertes Edestin (Präparat B) gab 11,0 ccm Gas 
bei 14,0ö und 765 mm, d. i. 4,1 °/o Stickoxydul. 
3. 0,5 g nitriertes Edestin (Präparat A) gab 10.9 ccm 
Gas bei 19,0° und 7.59,5 mm, d. i. 3,91 °/o Stickoxvdul; davon 
7,6 ccm für die Analyse: die Kontraktion betrug nach der Ver¬ 
puffung mit Wasserstoff: 7,2 ccm. 
Legt man die oben ($. 2 u. 3) mitgeteilten Stickstoffanalysen 
des nitrierten Edestins der Berechnung zugrunde, so ergibt 
sich, daß von den 17,6°/o dem ursprünglichen Edestinmolekül 
angehören. Da nun in dem Edestin der vierte Teil der Stick- 
stoflatome auf das Arginin entfällt, so enthält das Nitroedestin 
l°/o Argininstickstoff. Hätte jedes Molekül Arginin eine Nitro¬ 
gruppe aufgenommen, so müßten hiernach in 100 Teilen Nitro¬ 
edestin 3,3 Teile N02 als Nitroamin enthalten sein. Der aus 
dem Stickoxydul berechnete Gehalt an N02 beträgt jedoch 
4,1 °/o. Die Menge der Nitroamingruppen ist also größer, als
        

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