Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Lehre von der Entstehung der Oxalsäure im tierischen und menschlichen Organismus
Person:
Wegrzynowski, Leslaw
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19666/3/
114 Lesta w Wegrzynovvski, 
außer den oben angegebenen Methoden die von Dakin(10i u. a. 
existieren. 
Heutzutage besitzen wir eine relativ sichere und genaue 
Methode zum Bestimmen der Oxalsäure. Diese Methode wurde 
von Hugh MacLean/8) der unter der Leitung von Prof. E. 
Salkowski arbeitete, veröffentlicht und von Salkowski(n) 
in seinem Praktikum adoptiert. Sie stellt eine Kombination 
des allen Schul tz en sehen Verfahrens und der Ausschüttelung 
mit Äther dar. Da in der uns zugänglichen Literatur mit Ausnahme 
von Serkowski und Mozdenski(9) sich bis jetzt noch nie¬ 
mand dieser Methode bedient hat, so sei es uns gestattet, darauf 
näher einzugehen mit Einschluß der Beobachtungen, die während 
unserer Untersuchungen gemacht wurden. 
Die Bestimmung der Oxalsäure im Harn haben wir auf 
folgende Weise vorgenommen: 
Die Tagesmenge des Harns wurde sorgfältig durchgerührl (zur 
Vermeidung eines eventuellen Fehlers infolge der Sedimentierung des 
Caleiumoxalats ')■). 500 ccm Harn wurden mil Ammoniak alkalisiert und 
mit Calciumchlorid gefällt. Nach vollständiger Fällung (der Überschuß des 
Chlorcalciums ist nach unserer Erfahrung ohne schädigende Wirkung)*) 
dampftem wir bis zur Sirupkonsistenz auf dem Wasserbad ein. Es muß 
ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Eindampfung 
ziemlich stark sein muß, da in zwei Kontrollversuchen, wo die Ein¬ 
dampfung nicht so stark war, etwas geringere Mengen von Oxalsäure 
gefunden wurden. Dieser Sirup wurde dann mit ungefähr 200 ccm Alkohol 
gut durchgerührt, mindestens eine Stunde stehen gelassen, dann auf das 
Filler gebracht, mit Alkohol gewaschen und einmal mit Äther. 
ln den alkoholisch-ätherischen Filtraten wurde bei zwei Probe¬ 
versuchen keine Oxalsäure gefunden. Der Rückstand wurde in der Schale 
und auf dem Filter in einem Gemisch von 25 ccm Salzsäure von 1,126 D 
und 75 ccm destilliertem Wasser gelöst. 
Oft waren wir genötigt, die Analyse hier zu unterbrechen und auf 
den nächsten Tag zu verlegen, d. h. den in HCl gelösten Rückstand stehen’ 
zu lassen. 
') Nötigenfalls verwahrten wir den Harn unler Hinzufügung von 
Chloroform oder auch, wenn es sich um eine noch längere Aufbewahrung 
handelte, nach Hinzugabe von Ammoniak und nach Fällung durch. Chlor¬ 
calcium, um einer etwaigen Veränderung der Quantität der Oxalsäure 
vorzubeugen, 
*> Reim Harn der Pflanzenfresser empfiehlt es sich sogar, einen 
relativ großen Überschuß von Chlorcalcium anzuwenden.
        

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