Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Stickstoffretentionen bei Fütterung von Harnstoff
Person:
Grafe, E. K. Turban
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19658/1/
Über Stickstoffretentionen bei Fütterung von Harnstoff. 
Von 
E. Grafe und K. Turban, 
(Aus der medizinischen Klinik zu Heidelberg.) 
(Der Deduktion zugegangen am H. Oktober uns.) • 
Nachdem durch zahlreiche Arbeiten dieses Jahres1) eine 
erhebliche StickstolTretention bei Verfütterung vonAmmoniak¬ 
salzen zugleich mit einer überreichlichen, fast eiweinfreien 
Nahrung mit voller Sicherheit festgestellt worden ist, entsteht 
die weitere Frage, ob auch andere StickstofTverbindungen, z. B. 
NO, GN etc., einen ähnlichen Einfluß auf die N-Bilanz haben 
können. Besonderes Interesse mußte zunächst das Verhalten von 
Harnstoff bieten. Einmal, weil wir wohl annehmen müssen, daß 
bei Verfütterung von Ammoniaksalzen die NH3-Gruppe außer 
bei der Leber kaum unverändert an die Körperzellen herantritt, 
sondern vorher von der Leber in Harnstoff umgewandelt werden 
wird2). Ferner aber stellt der Harnstoff das Abfallprodukt des 
Stickstoffe echsels der Zellen dar, was besonders deutlich aus den 
neuen Untersuchungen von Folin3) hervorgeht 
Ls fragte sich daher, ob auch die Verfütterung dieser aus¬ 
gesprochenen Stoffwechselschlacke ähnlich günstig die N-Bilanz 
beeinflußt wie Ammoniaksalze organischer Säuren. 
Bei der nahen chemischen Verwandtschaft zwischen Harn¬ 
stoff und Ammoniaksalzen war ein ähnliches Verhalten im Körper 
von vornherein denkbar. ' 
Mit Sicherheit war dies aber nicht vorherzusagen, da 
neuere Untersucher nach subcutaner Injektion von Harnstoff 
■) Grafe und Schlüpfer, Diese Zeitschrift, Bd. 77. S. 1 ; Abder¬ 
halden. ebenda. Bd. 78. II. 1; Grafe, ebenda, Bd. 78. II. (5: Abder¬ 
halden und Hirsch, ebenda, Bd. 80, S. IM; Abderhalden und 
Lampe* *, ebenda, Bd. HO. S. KM). \ 
*) Vül. z. B. Schullzen u. Xeneki, Zeilschr. f. Biol., Bd. 8, S. 121 
( 1872) ; v. K nierie m, Zeit sehr. f. Biol., Bd. 10, S. 2«ä ( 1874) ; Sa I k » ws k i 
Diese Zeitschrift, Bd. I-, S: f (1877/78,. Möglich wäre natürlich auch eine 
direkte synthetische Verwendung des Ammoniaks schon in der Leber. 
i Pt Polin und W. Denis, Journal of biol. ehern. Bd. 12. 
S. 141 u. ffg., 1912.
        

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