Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis des Bilirubins und Hämins. 471; 
B. Darstellung von Salzen und der «aciden» Form 
des Bilirubins. 
In einer früheren Mitteilung1) habe ich bereits darauf 
hingewiesen, daß das Bilirubin in zwei Modifikationen besteht, 
von denen die in Chloroform leichter lösliche beim Aufbe¬ 
wahren in die schwerer lösliche übergeht. Als Grund dieser 
Veränderung glaubte ich eine sich allmählich vollziehende Poly¬ 
merisation annehmen zu dürfen. Daß daneben auch noch eine 
andere Veränderung des Moleküls, eine Wanderung von Wasser¬ 
stoff etwa im Sinne einer Keto-Enol-Umlagerung sich vollzieht, 
glaubte ich bereits aus der Analyse von Silbersalzen verschie¬ 
dener Bilirubinpräparate folgern zu können. Herr R. Schmiedel 
konnte alsdann die diesbezüglichen Resultate bestätigen, d. h. 
es war möglich, fast vier Atome Silber in die Molekel Bilirubin 
einzuführen, wenn ein frisch aus Dimethylanilin umkrystalli- 
siertes Präparat verwendet wurde, während ältere Präparate 
nur ungefähr zwei Atome Silber aufnahmen. 
Die Darstellung dieser Silbersalze erfolgte durch Fällen 
der sehr verdünnten Lösungen der Kalium- oder Natriumsalze 
der betreffenden Bilirubinpräparate, die mit Hilfe des Alkalis 
in einer zwei Molekeln meist etwas übersteigenden Menge her¬ 
gestellt worden waren, durch Silbernitrat oder -sulfat. Die 
entstandenen Niederschläge waren zuerst rostfarben, färbten 
sich aber, trotzdem immer mit ausgekochtem Wasser gearbeitet 
wurde, schnell dunkel und erschienen nach dem Auswaschen 
und Trocknen im Vakuum unter Lichtabschluß als metallisch 
glänzende Stücke. Ich veranschauliche die Darstellung und die 
Ergebnisse der Analysen durch folgende Tabelle: 
Analytische Belege.*) 
t 0,2195 Subst. : 0,3519 CO„ 0,0793 HfO und 0,0709 Ag. 
2. 0,1535 > (120°): 0,2454 C02,0,0581 H,0 » 0,0503 Ag. 
3. 0,2284 » (115°): 0,3654 C0„ 0,0800 HtO » 0,0741 Ag. 
*) Diese Zeitschrift, Bd. 47, S. 294 (1906). 
#) Die unter Nr. 1, 6, 7, 8 und 10 aufgeführten Analysen sind von 
Herrn R. Schmiedel, die andern von mir und meinem Assistenten 
J. Eppler bereits 1909 ausgeführt worden.
        

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