Bauhaus-Universität Weimar

Über die Farbstoffe der Fucoideen. 223 
das Phäocyan. Das Phykophäin werde erst nach dem Tode der 
Alge gebildet. 
Tswett (1906) unterscheidet bei den Fucoideen fünf ver* 
schiedene Chromatophorenfarbstoffe, nämlich zwei Chlorophyll* 
modifikationen, Chlorophyllin a und Chlorophyllin ß (= Chloro- 
fucin nach Sörby) und drei gelbe Farbstoffe, Carotin, Fuko- 
xanthin und F ukoxanthophyll. Hinsichtlich des Phiykophäins 
schreibt er (a. a, 0., S. 236), daß es «vollständig auf eine durch 
alkalische Reaktion des Extraktionswassers sehr geförderte 
Oxydation von farblosen Chromogenen Zurückzufuhren ist».— 
Diese Behauptung habe ich durch eigene Untersuchungen schon 
früher bestätigt. Der Stoff, der bei seiner Oxydation Phykophäin 
gibt, findet sich bei den lebenden Fucoideen in den Fukosan- 
Wäschen, früher Fukosabkörnchen genannt, und ist mit den 
Gerbstoffen nahe verwandt. Er wird Fukosan genannt (vgl 
Kylin 1912). . V 
Jüngst ist von Czapek (1911, S. 251) behauptet worden, 
daß die Fucoideen « wirklich in den lebenden Chloroplasten das 
gewöhnliche amorphe Chlorophyll oder Phytylchlorophyllid 
Willstätters enthalten». Daneben sollen sie drei gelbe Farb¬ 
stoffe enthalten : Carotin* Xanthophyll und Fukoxanthin. 
Chlorophyll. 
Ob Chlorophyll in den Chromatophoren der Fucoideen 
nativ vorkommt oder nicht, ist eine Frage, die in der Literatur 
mehrmals in verschiedener Weise beantwortet worden ist. 
Molisch (1905, S. 135) vertritt die Meinung, daß die lebenden 
Fucoideen kein Chlorophyll enthalten, sondern einen braunen 
dem Chlorophyll nahestehenden Körper, das Phäophyll, welches 
beim Eintauchen in siedendes Wasser in Chlorophyll umge¬ 
wandelt würde. Ts wett (1906) behauptet dagegen, daß die 
lebenden Fucoideen Chlorophyll enthalten. Jüngst ist die letztere 
Meinung von Czapek (1911, S. 250) bestätigt worden, und 
auf Grund, eigener Untersuchungen muß ich mich entschieden 
dieser Meinung anschließen. 
Nach den Untersuchungen von Willstätter enthält das 
Chlorophyll Magnesium. Willstätter (1906, S.62) hat auch 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXII. 15
        

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