Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Kenntnis des Schicksals von in den Magendarmkanal eingeführten einzelnen Aminosäuren, Aminosäuregemischen, Peptonen und Proteinen
Person:
Abderhalden, Emil Arno Ed. Lampé
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19616/3/
Cber die in den Magendarmkanal eingeführten Aminosäuren usw. 475 
Blut wurden bis auf 1000 ccm eingedampft. Die Lösung ergab 
weder mit Mil Ions Reagens noch mit Glyoxylsäure -J- konzen¬ 
trierter Schwefelsäure eine Reaktion. Die Schwefelblei- und 
die Biuretprobe fielen negativ aus. Nur die Xanthoprotein¬ 
reaktion war vorhanden. Mit Triketohydrindenhydrat gab das 
Filtrat beim Kochen starke Blaufärbung. Ferner konnte sowohl 
nach Sörensen als nach van Slyke Aminostickstolf nach¬ 
gewiesen werden Die beiden letzteren Befunde eröffnen die Mög¬ 
lichkeit, daß Aminosäuren im Blute vorhanden sind. Ein sicherer 
Schluß wird erst möglich sein, wenn solche isoliert und identifi¬ 
ziert sind. Es ist immerhin noch möglich, daß andere Ver¬ 
bindungen als Aminosäuren die genannten Befunde bedingt 
haben. Es sei an das Vorkommen der Oxyproteinsäuren im 
Blute erinnert. Sollten auch bei Verarbeitung von 50 1 Blut 
keine Aminosäuren nachweisbar sein, dann wäre noch zu 
prüfen, ob nicht beim Eindampfen der gewaltigen Flüssigkeits¬ 
mengen (ca. 10 hl) Aminosäuren sich so verändern können, 
daß sie dem Nachweis entgehen. Auch die Bildung von Ur- 
aminosäuren ist in Betracht zu ziehen. Allerdings'könnten 
künstlich zugesetzte Aminosäuren (0,10 g Glykokoll auf 10000 ccm 
Filtrat des Eiweißniederschlages aus Blut) einwandfrei wieder 
nachgewiesen werden. 
Mit dem Nachweis einzelner Aminosäuren im Blute wäre 
übrigens das ganze Problem noch keineswegs gelöst, denn es 
ist a priori nicht einzusehen, weshalb nicht auch die einzelnen 
Körperzellen beim Eiweißumsatz Aminosäuren abgeben sollten. 
Es werden sehr viele Untersuchungen notwendig sein, ehe 
man vom Übergang der gesamten heim Abbau der Eiwei߬ 
körper im Magendarojkanal entstehenden Aminosäuren in das 
Blut als von einer Tatsache wird sprechen können. 
Eine dritte Hypothese nimmt an, daß aus dem Amino¬ 
säurengemisch, das bei der Verdauung entsteht, in der Darm¬ 
wand und vielleicht auch in der Leber Eiweißkörper aufgebaut 
werden, die man kurz als bluteigene bezeichnen kann. Diese 
Proteine wären in gewissem Sinne mit dem sog. «zirkulierenden 
Eiweiß» von Voit zu vergleichen. Diese Proteine würden den 
Körperzellen zu den verschiedenartigsten Zwecken zur Ver-
        

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