Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Kenntnis des Schicksals von in den Magendarmkanal eingeführten einzelnen Aminosäuren, Aminosäuregemischen, Peptonen und Proteinen
Person:
Abderhalden, Emil Arno Ed. Lampé
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19616/21/
Über die in den Magendarmkanal eingeführten Aminosäuren usw. 493 
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Eiweißabkömmlingen (Eiweiß, Pepton, Aminosäuren) 
angestellten Versuche anbetrifft, keine bestimmten 
Schlüsse. Die Form, in der der festgestellte Stickstoff 
im Blute vorhanden ist, läßt sich durch eine einfache 
Stickstoffbestimmung nicht bestimmen. Es müßte 
mindestens noch eine mikroanalytische Bestimmung 
des Aminostickstoffs entdeckt werden. Auch dann 
würden wir uns noch nicht zufrieden geben, denn indirekte 
Methoden können niemals abschließend sein. Das Hauptver¬ 
dienst der Untersuchungen von .Folin und Denis beruht auf 
der Feststellung, daß der Ammoniakgehalt des Blutes während 
der Aufnahme von Eiweißspaltprodukten keine so starke Ver¬ 
änderungen zeigt, daß man auf eine umfangreiche Desaminierung 
.von resorbierten Aminosäuren schließen darf. Dieser Befund 
deckt sich mit dem älterer Autoren. Es wird damit der ein¬ 
gangs erwähnten Theorie, wonach die im Magen-Darmkanal ge¬ 
bildeten Aminosäuren nach erfolgter Resorption sofort einer 
weitgehenden Desaminierung unterworfen sein sollten, der Boden 
entzogen. ^ 
Von Interesse ist ferner die Feststellung, daß der Harn¬ 
stoffgehalt des Blutes nach Zufuhr der Aminosäuren, des Pep¬ 
tons und des Eiweißes in geradezu überraschender Weise 
konstant blieb. Es wird von größter Bedeutung sein, mit dieser 
Feststellung den Verlauf der Harnstoffausscheidung im Harn 
zu verfolgen. Sollte es sich heraussteilen, daß bei absolut 
gleich bleibendem Harnstoffgehalt des Blutes die Harnstoffaus¬ 
scheidung im Harn ansteigt, dann wäre eine neue Beobachtung 
für das Bestreben des Organismus, die Zusammensetzung des 
Blutes in engen Grenzen konstant zu erhalten, beigebracht. 
Anmerkung. Anhangsweise sei noch hervorgehoben, 
daß nach den Untersuchungen des einen von uns (A.) das 
Triketohydrindenhydrat ein ausgezeichnetes Reagens, zum mi¬ 
krochemischen Nachweis von Proteinen, Peptonen, Polypep¬ 
tiden und Aminosäuren usw. ist. Wir haben in Gewèbsschnitten, 
in Kernen usw. die zur Eiweißgruppe zugehörenden Stoffe 
scharf abgrenzen und so lokalisieren können.
        

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