Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. Mitteilung
Person:
Pfeiffer, P. J. von Modelski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19611/8/
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P. Pfeiffer and J. v. Modelski, 
Da nun unsere Verbindungen im Gegensatz zu den letzt¬ 
erwähnten gerade aus Wasser kristallisieren, also relativ sta¬ 
bile Substanzen (gegen Wasser) darstellen, so wird man sie 
kaum zu den Molekül Verbindungen rechnen können, wenn 
man nicht die Annahme ad hoc machen will, daß durch die 
Carboxylgruppe die Metallstickstoffbindung resp. durch die 
Aminogruppe die Bindung der Carbonylgruppe an das Metall¬ 
atom stabilisiert wird. Bei dem heutigen Stand unserer Kennt¬ 
nisse scheint es mir viel einfacher zu sein, die Existenz un¬ 
serer Additionsprodukte aus der amphoteren Natur der Amino¬ 
säuren und Polypeptide zu erklären. 
/COOH 
Da Aminosäuren und Polypeptide R<^ sowohl mit 
. ’/COOH 
Säuren wie auch mit Basen Salze geben : ^ 
lV/C00Me, so erscheint die Existenz von Salzen, bei denen 
gleichzeitig die basische und die saure Gruppe der amphoteren 
Substanz abgesättigt sind, ohne weiteres verständlich.1) Solche 
^ , „yCOOMe1 
Körper, denen im einfachsten Fall die Formel 
zukommt, sind aber empirisch genommen nichts anderes als 
✓COO ./COOH 
Verbindungen der Aminosäuren RW re8p- Rxnh. mit 
Metallsalzen MeX. 
Fassen wir nun die neuen Verbindungen entsprechend 
diesen Ausführungen als Salze auf, die durch Neutralisation 
beider salzbildenden Gruppen der Aminosäuren entstehen 
wir wollen derartige Verbindungen Amphisalze nennen —, so 
wird ohne weiteres verständlich, daß sie aus wässeriger Lösung 
krystallisieren, also wasserbeständig sind. Auch harmoniert 
die Zusammensetzung der meisten unserer Körper mit den 
einfachst möglichen Formulierungen solcher Amphisalze, indem 
sich ja die Verbindungen: 
S. 133. 
*) Siehe hierzu auch Cohnhei m, Chemie der Eiweißkörper, Aufl. 111,
        

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