Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. Mitteilung
Person:
Pfeiffer, P. J. von Modelski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19611/7/
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. \ 335 
2. Konstitution der Additionsprodukte. 
Zur Konstitutionsfrage der Neutralsalzverbindungen der 
Aminosäuren und Polypeptide sei kurz folgendes ausgerührt : 
Es liegt zunächst nahe, diescKörper zu den Molekül Ver¬ 
bindungen zu rechnen. Dann käme, je nachdem man annimmt, 
daß die Aminogruppe oder die Garbonylgruppe der Amino¬ 
säure resp. des Polypeptids sich koordinativ an das Metallatom 
anlagert, eine der folgenden beiden Konstitutionsformeln für 
sie in Betracht: 
XnMe(...NH2. R • COOH)m oder XnMe(...0 = C • R . NHf)m. 
OH 
Nach der ersten Formulierung würden unsere Verbin¬ 
dungen zu den Metallammoniaksalzen gehören, nach der zweiten 
kämen sie in nahe Beziehung zu den von dem einen von 
uns1) in letzter Zeit zur Aufklärung der Halochromieerschei¬ 
nungen eingehend untersuchten SnCl4-Additionsprodukten der 
Carbonylkörper. 
Man kennt nun zwar sowohl Ammoniakverbindungen der 
Erdalkalisalze, wie auch Vereinigungen der letzteren mit ear- 
bonylhaltigen organischen Verbindungen. Es sind z. B. die 
Additionsprodukte: 
CaCl2, 8NHS;2 3) SrCl2, 8NH3;*) BaCl» 4 NH,«) 
CaClg, 4 GH8GOOH ; *) CaCl2, 4 C2H5GOOH $ 
CaCI2, 2 C3H7COOH4) 
beschrieben worden. Aber alle diese Verbindungen* werden 
schon durch geringe Mengen Wasser vollständig zersetzt, in¬ 
dem die Addenden durch H20-Moleküle substituiert werden 
und sich Salzhydrate bilden. So gibt z. B. Menschutkin4) 
an, daß man zur Darstellung der Säureverbindungen des Chlor¬ 
calciums aus wasserfreiem Salz und wasserfreier Säure bei 
Ausschluß jeder Spur von Feuchtigkeit arbeiten muß. 
l) Z. B. Ann. d. Ch., Bd. 376 (1910), S. 285; Ann. d. Ch., Bd, 383 
(1911), S. 92. 
*) H. Rose; Pogg., Bd. 20 (1830), S. 154. 
3) Joannis, C. r., Bd. 112 (1891), S. 339. 
4) Ch. C. 1906», S. 1716. 
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