Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. Mitteilung
Person:
Pfeiffer, P. J. von Modelski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19611/5/
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalzfr I. 333 
die Verbindung BaCI„ 2 NH,. CH,. COOH, H,0 oder aber zu¬ 
erst reines Glykokoll resp. Chlorbaryum aus. Eine neue Ver¬ 
bindung bildet sich so nicht ; ebensowenig wird eine solche durch 
Fällen wässeriger Lösungen von ehlorbaryuro und Glykokoll mit 
Alkohol erhalten. Aus einer wässerigen Lösung von 2 Mol. 
Glykokoll auf 1 Mol. Chlorbaryum scheidet sich auf Zusatz von 
Alkohol die Verbindung: BaCl„ 2 NH, CH,. COOH, H,0 in 
schönen durchsichtigen, prismatischen Nadeln ab; aus einer 
Lösung, die einen Überschuß an Glykokoll enthält, fällt Alkohol 
primär Glykokoll aus, dann die obige Verbindung; haben wir 
aber in der wässerigen Lösung einen gewissen Überschuß an 
Chlorbaryum (2 g BaCl„ 2 H,0 auf 0,5 g Glykokoll), so bringt 
vorsichtiger Alkoholzusatz zunächst die Verbindung 
BaClg, 2 NH, • CH,. COOH, H,0 
zur Abscheidung; aus der Mutterlaugé krystallisiert dann auf 
größeren Alkoholzusatz Chlorbaryum aus. 
Die Aufnahme eines vollständigen Löslichkeitsdiagramins 
von Chlorbaryum und Glykokoll in Wasser bei 20° gab ebenfalte 
keine Anhaltspunkte für die Existenz einer zweiten Verbindung 
zwischen den beiden Komponenten. Es wurde eine Kurve mit 
zwei Knickpunkten erhalten; der eine (0,74 g BaCl,-f 0,11 g 
NH, GH, • COOH in 2 ccm Flüssigkeit) bezieht sich auf die 
Löslichkeit von BaCI* 2 H,0 + BaCl^ 2 GL, H,0, der andere 
(0,32 g BaCI, + 0,52 g NH, • CH, - COOH in 2 ccm Flüssigkeit) 
auf die Löslichkeit von NH,. CH,. COOH + BaCl„ 2 GL, H,0. 
Von Halogeniden einwertiger Metalle ließen sich relativ 
leicht Lithiumchlorid und Lithiumbromid mit Glykokoll ver¬ 
einigen ; es konnten die folgenden vier Salze in reinem Zustand 
isoliert werden : 
LiCl, NH, • CH, • COOH, H,0 LiCl, 2 NH, • CH, • COOH, H,0 
LiiBr, NHÄ • CH, COOH, H,0 LiBr, 2 NH, • CH, • COOH, H,0, 
so daß hier zwei verschiedene Verbindungstypen auftreten. Die 
beiden Additionsprodukte, welche die Komponenten im mole¬ 
kularen Verhältnis 1:1 enthalten, krystallisieren in farblosen, 
durchsichtigen Nadeln, die beiden komplizierter zusammen¬ 
gesetzten Salze in schönen, farblosen, durchsichtigen Tafeln. 
Daß auch Neutralsalze dreiwertiger Metalle Glykokoll zu 
Hoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXX1. .. 22
        

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