Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. Mitteilung
Person:
Pfeiffer, P. J. von Modelski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19611/4/
332 P. Pfeiffer und J. v. Model ski, 
Von sämtlichen sieben Halogeniden leiten sich Glykokoll- 
Verbindungen ab, die auf ein Molekül Halogenid zwei Moleküle 
Glykokoll enthalten; es kommen ihnen die folgenden Formeln zu: 
<:aCl„ 2 NH4 • CH, • COOH, 4H,0 CaBr„ 2 NH, ■ CH, • COOH, 40,0 
SrCI„ 2 NH, • CH, COOH, 3 Ht0 SrBr„ 2 NH, • CH, • COOH, 3H,0 
Ba€l„ 2 NH, • CH, • COOH, H,0 BaBr„ 2 NH, CH, COOH. H,0 
MgCltt 2NH,-CH, COOH, 2H,0. 
Diese Körper, die durch Verdunsten der gemeinschaftlichen 
wässerigen Lösung ihrer Komponenten entstehen und sich aus 
essigsäurehaltigem Wasser leicht umkrystallisieren lassen, sind 
gut krystallisiert und durchaus luftbeständig; auch die Calcium¬ 
verbindungen zerfließen an der Luft nicht. Beim Erhitzen geben 
sie1) ihren Wassergehalt vollständig ab, wobei die reinen wasser¬ 
freien Additionsprodukte resultieren. 
Chlorcalcium vermag außer der Verbindung 
CaCi* 2 NH, • CH,. COOH, 4 H,0 
noch zwei weitere Additionsprodukte mit Glykokoll zu geben. 
So läßt sich durch Eindampfen einer wässerigen Lösung von 
Chlorcalcium und Glykokoll, die einen großen Überschuß von 
Glykokoll enthält, eine in Blättchen krystallisierte Verbindung 
isolieren, in der auf 1 Mol. Chlorcalcium nur 1 Mol. Glykokoll 
kommt. Ferner entsteht durch Fällung einer wässerigen Lösung 
von Chlorcalcium und Glykokoll mit Alkohol unter bestimmten 
Bedingungen ein tafelförmig krystallisiertes Salz der Formel: 
GaCI„ 3 NH, CH, * COOH. 
Alle Versuche aber, ein zweites Additionsprodukt von Chlor- 
baryum und Glykokoll zu erhalten, verliefen negativ.2) Die oben 
erwähnte Verbindung BaCl„ 2 NH, CH, • COOH, H,0 entsteht 
in schön ausgebildeten Krystallen, wenn man die beiden Kom¬ 
ponenten Chlorbaryum und Glykokoll im molekularen Verhältnis 
1:2 in Wasser löst und dann die Lösung langsam bei gewöhn¬ 
licher Temperatur verdunsten läßt. Führt man nun derartige 
Krystallisationsversuche mit einem Überschuß der einen oder 
der anderen der beiden Komponenten durch, so krystallisiert, 
je nach den angewandten Mengenverhältnissen, entweder zuerst 
l) Mit Ausnahme der Mg-Verbindung. 
*) Die übrigen Salze wurden in dieser Richtung nicht untersucht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.