Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. Mitteilung
Person:
Pfeiffer, P. J. von Modelski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19611/2/
330 P. Pfeiffer und J. V. Modelski, 
Alkali- und Erdalkalisalze studierten ; wir erwarteten, hier relativ 
einfache Verhältnisse anzutreffen, indem die Aminosäuren und 
Polypeptide chemisch einheitliche Verbindungen darstellen, die, 
abgesehen von einigen komplizierteren Polypeptiden, keinen 
kolloidalen Charakter besitzen. Jedenfalls mußte eine derartige 
Untersuchung zeigen, inwieweit das Verhalten der Eiweißkörper 
gegen Neutralsalze durch die chemische (amphotere) Natur 
der ersteren bedingt wird. 
Das bisherige Hauptergebnis unserer Arbeit können wir 
folgendermaßen zusammenfassen. 
Die Aminosäuren und Polypeptide geben mit 
Neutralsalzen gut krystallisierte, chemisch einheit¬ 
liche Verbindungen, die nach stöchiometrisch ein¬ 
fachen Verhältnissen zusammengesetzt sind; diese 
Verbindungen existieren auch in wässeriger Lösung. 
Durch die hiermit nachgewiesene Existenz von Neutralsalz¬ 
verbindungen der Aminosäuren und Polypeptide erfährt die 
chemische Deutung mancher Erscheinungen auf dem Gebiete 
der sog. Neutralsalzwirkungen, speziell bei Eiweißkörpern, eine 
sichere experimentelle Grundlage. 
1. Darstellung und Eigenschaften der Additions¬ 
produkte. 
Zur Darstellung der Salzverbindungen der Aminosäuren 
und Polypeptide kann man zwei verschiedene Wege einschlagen. 
Am einfachsten läßt man die wässerige Lösung der Komponenten 
bei gewöhnlicher Temperatur langsam an freier Luft verdunsten 
oder dampft sie auf dem Wasserbad zur Krystallisation ein. 
Hierbei ist es zweckmäßig, der wässerigen Lösung einige Tropfen 
Essigsäure zuzusetzen, da sonst leicht Körper mit einem zu 
niedrigen Atomverhältnis von Metall zu negativem Rest ent¬ 
stehen. Die Rohprodukte lassen sich meist durch Umkrystalli- 
sieren aus essigsäurehaltigem Wasser reinigen. 
Ein zweites Verfahren zur Gewinnung der gesuchten Addi¬ 
tionsprodukte besteht darin, daß man die wässerige Lösung der 
Komponenten mit Alkohol versetzt und dann im geschlossenen 
Gefäß der freiwilligen Krystallisation überläßt. Es sind so einige
        

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