Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen Neutralsalze. I. Mitteilung
Person:
Pfeiffer, P. J. von Modelski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19611/1/
Verhalten der Aminosäuren und Polypeptide gegen 
I. Mitteilung. 
- -Von.' ■ 
P. Pfeiffer und J, v. Modelski. 
(Der Redaktion zugegangen am 18. September 1911.) 
Das Verhalten der Eiweißkörper gegen Neutralsalze (Alkali- 
und Erdalkalisalze) ist außerordentlich mannigfaltig. So werden 
bekanntlich die Eiweißkörper ganz allgemein durch konzentrierte 
Lösungen von Salzen, wie Ammonsulfat und Kochsalz, aus ihren 
wässerigen Lösungen gefällt, anderseits lassen sich bestimmte 
Eiweißkörper, wie die Globuline, nur auf Zusatz gewisser Mengen 
von Neutralsalzen in Wasser lösen. Ferner sei daran erinnert, 
daß Alkohol vielfach aus wässerigen Eiweißlösungen, die alkohol- 
lösliche Salze enthalten, stark salzhaltige Eiweißkörper ausfällt, 
daß ferner die physikalisch-chemische Wirkung von Säuren auf 
Eiweißkörper durch die Gegenwart von Neutralsalzen gehemmt 
resp. aufgehoben wird. 
Von den einzelnen Forschern, die sich mit den Problemen 
der Neutralsalzwirkungen befaßt haben, sind nun ganz ver¬ 
schiedenartige Theorien über die Ursachen der beobachteten Er¬ 
scheinungen aufgestellt worden. Während die einen versuchen, 
die Neutralsalzwirkungen nach Möglichkeit mit der kolloidalen 
Natur der Eiweißkörper in Beziehung zu bringen, betonen andere 
wiederum stärker den reinen Chemismus der Vorgänge und 
ziehen die Bildung von Verbindungen zwischen Salzen und 
Eiweißkörpern resp. die Bildung von Solvaten zur Deutung der 
Salzwirkungen heran. 
Wir hofften nun dadurch in der Aufklärung der Neutralsalz¬ 
wirkungen einen Schritt vorwärts zu kommen, daß wir statt 
der Eiweißkörper selbst die Aminosäuren und Polypeptide, aus 
denen sich ja die ersteren aufbauen, in ihrem Verhalten gegen
        

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