Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beobachtungen über das Drehungsvermögen des Blutplasmas und -serums verschiedener Tierarten verschiedenen Alters und Geschlechts
Person:
Abderhalden, Emil Arthur Weil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19601/3/
Über das Drehungsvermögen des Blutplasmas und -serums. 235 
Weitere Werte über das Drehungsvermögen des Serams 
bei Schwangerschaft vergleiche weiter unten. 
Aus der vorstehenden Zusammenstellung ergibt sich, daß 
die untersuchten Säugetierarten und der Mensch ein 
sehr ähnlich drehendes Blutserum haben. Nur das 
Meerschweinchen fällt etwas aus der Reihe. Ein ganz bedeutend 
geringeres Drehungsvermögen besitzt das Serum vom Hühnerblut. 
Es beträgt nur etwa die Hälfte desjenigen des Serums der Säuge¬ 
tierarten. Wir werden die Untersuchung auf weitere Tierspezies 
ausdehnen. Vielleicht ergeben sich wichtige Beziehungen ver¬ 
wandtschaftlicher Natur. Bei den sogenannten normalen Tieren, 
d. h. bei den Tieren, die keinen besonderen Befund auf¬ 
wiesen, zeigen sich bei der gleichen Tierart nicht unerhebliche 
Schwankungen in den gefundenen Werten für das Drehungs¬ 
vermögen. Wir dachten zuerst daran,' daß die Gerinnung des 
Blutes die Unterschiede bedingen könnte. Wie die unten mit¬ 
geteilten Beobachtungen über das Drehungsvermögen von Plasma 
und Serum des gleichen Blutes ergeben, zeigt das Plasma gleiche 
Schwankungen, wie das Serum. Es wird ohne Zweifel die Zu¬ 
sammensetzung des Eiweißgemisches im Plasma resp. Serum aus¬ 
schlaggebend für das Drehungsvermögen sein. Wir denken hierbei 
speziell an das Mengenverhältnis von Globulin und Albumin. 
Ganz besonders verschiedenartige und in einzelnen Fällen 
ausnahmsweise hohe Werte für das Drehungsvermögen des 
Serums fanden wir bei Pferden, die an perniciöser Anämie 
erkrankt waren. Wir beobachteten ferner bei Tuberkulose eben¬ 
falls ganz abnorme Werte, doch reicht das untersuchte Material 
zu bestimmten Schlüssen nicht aus. 
Unsere Erfahrungen beweisen, daß es sich, wie der 
eine von uns (A.) schon wiederholt betont hat, unzweifel¬ 
haft lohnt, auch in der Menschenpathologie dem Dre- 
hungsvermögen des Blutplasmas und -serums Aufmerksam¬ 
keit zuzuwenden. Die Bestimmung des Drehungsvermögens 
nimmt wenige Minuten in Anspruch. Serum wird heutzutage 
sowieso fast immer entnommen. Das Serum ist ferner nach 
erfolgter Drehungsbestimmung zu weiteren Untersuchungen 
ohne weiteres verwertbar.
        

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