Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur biologischen Feststellung der Schwangerschaft
Person:
Abderhalden, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19583/2/
Weiterer Beitrag zur biologischen Feststellung der Schwangerschaft. 91 
genzien erwiesen sich als unsicher, d. h. sie ergaben sehr oft 
auch positive Resultate, wenn sicher keine Schwangerschaft 
vorlag. Am besten bewährte sich das von uns schon früher 
angewandte, von Ruhemann dargestellte Triketohydrinden- 
hydrat. Diese Verbindung ist zwar kein typisches Reagens 
auf Peptone, es gibt vielmehr mit allen Verbindungen eine 
charakteristische Farbreaktion, die in a-Stellung eine NH,-Gruppe 
und mindestens ein Carboxyl besitzen. Aminosäuren, Polypeptide, 
Peptone und Proteine geben mit Triketohydrindenhydrat in wässe¬ 
riger Lösung erhitzt eine prachtvolle Blaufärbung. Dialysiert man 
Blut, dann erhält man bei genügender Konzentration des Dialy- 
sates immer eine positive Reaktion beim Köchen mit Triketo¬ 
hydrindenhydrat. Es läßt sich somit dieses Reagens nicht ohne 
Berücksichtigung ganz besonderer Kautelen anwenden. Es sei 
deshalb ein Versuch ausführlich beschrieben. 
. 1. Bereitung des koagulierten Placentaeiweißes. 
Die frische Placenta wird entweder als Ganzes oder nach 
erfolgter Entfernung der mütterlichen Anteile in zirka mark¬ 
große Stücke zerschnitten. Diese werden in einer Schale so 
lange in strömendem Wasser gewaschen, bis alles Blut ent¬ 
fernt ist. Der ganze Prozeß nimmt 5 bis höchstens 10 Minuten 
in Anspruch. Während des Spülens hat man bereits in einem 
Topf oder in einer Schale ca. 2 1 Wasser, dem man 2 Tropfen 
Eisessig zusetzt, zum Sieden erhitzt. In das kochende Wasser 
wirft man nun die Placentastücke und kocht 1 Minute lang. 
Das Kochwasser wird dann abgegossen — abdekantiert oder 
durch ein Filter gegossen — und die koagulierten Placenta- 
stückchen nochmals mit Eisessig enthaltendem Wasser 5 Min. 
lang gekocht. Man prüft nun das Kochwasser mittels der 
Biuretreaktion (zu 10 ccm des Kochwassers gibt man 5 ccm 
33°/oige Natronlauge, schüttelt durch und überschichtet mit 
einer 0,4°/oigen Kupfersulfatlösung). Die Reaktion ist, wenn 
man sich genau an die Vorschrift gehalten hat, immer negativ. 
Sollte sie noch positiv sein, dann müßte man das Kochwasser 
nochmals wechseln. Ist die Biuretreaktion negativ, dann gießt 
man das .Kochwasser nebst den Placentastückchen in eine weit-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.