Bauhaus-Universität Weimar

Zur Physiologie des Pankreas. 
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sistenz von Bedeutung, die so wirkt, wie wir dies von den 
Mucilaginosa annehmen. Sie verhindert, daß Reste die Schleim¬ 
haut treffen. 
Auffallend ist die starke Sekretion aller Verdauungssäfte 
bei Kartoffeln. Es sei an Rubnersehe Versuche erinnert, nach 
denen sich Kartoffeln als auffallend günstig für den Stickstoff- 
versuch erweisen. Wie dem aber auch sei, jedenfalls ergibt 
sich aus unseren Versuchen, daß diejenigen Stoffe, die hei der 
Behandlung des Diabetes von Nutzen sind, eine ganz auffallend 
geringe Pankreassekretion machen. Bei dem Diabetes spielt 
der Ausfall der inneren Sekretion des Pankreas eine Rolle. 
Man hat sich im allgemeinen wohl vorgestellt, daß die beiden 
V unktionen des Pankreas recht unabhängig voneinander wären. 
Unsere Versuche drängen einem die Annahme auf, daß zwischen 
äußerer und innerer Sekretion des Pankreas doch ein Zusammen¬ 
hang besteht, denn die Haferkur, die sich beim Diabetes als 
nützlich erweist, ist eine Kur, bei der das Pankreas als Drüse 
in hohem Maße geschont wird, eine Schondiät in bezug auf die 
äußere Sekretion des Pankreas. Es liegt sehr nahe, anzunehmen, 
daß diese Schonung des Pankreas als Drüse dem Pankreas als 
Hormonerzeuger zugute kommt. Experimentell läßt sich unsere 
Annahme am Tiere nicht gut prüfen, da wir bis jetzt nur das 
Pankreas exstirpieren, es aber nicht krank machen können. 
Vielleicht läßt sich aber an Patienten beobachten, ob es auch 
neben der Haferkur noch andere für Diabetiker zweckmäßige 
Diätformen gibt, bei denen das Pankreas als Drüse geschont 
wird. Ist unsere Annahme richtig, so erscheinen einige Ma߬ 
nahmen, die praktisch erprobt sind, in anderer Beleuchtung als 
bisher, z. B. die günstige Wirkung der Alkalizufuhr. Auch die 
Schädlichkeit der Fleischnahrung und die Schädlichkeit von Milch, 
die man bisher hauptsächlich auf die Zusammensetzung von 
deren Eiweißkörpern zurückgeführt hat, erscheinen hier in 
anderer Beleuchtung. 
Weiterhin erklärt die geringe Sekretmenge und das lange 
Verweilen des Haferschleims im Darm die günstige Wirkung bei 
Erkrankungen des Magens und Darms.
        

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