Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung und Bildung der Enzyme. IV. Mitteilung: Über die Anpassung einer Hefe an Galaktose
Person:
Euler, Hans David Johansson
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19497/3/
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Hans Euler und David Johansson. 
Hefe ausübt, daß sie vielmehr auch bei Ernährung mit einem 
direkt assimilierbaren Kohlenhydrat gebildet wird. Als einen 
Faktor von größter Bedeutung erkannte er die Stickstoffnahrung. 
Dieselbe Beobachtung hatte kurz vorher Fernbach1 *) ge¬ 
macht, welcher feststellte, daß z. B. Pepton, gewissen Nähr¬ 
lösungen zugesetzt, die Invertasebildung stark beförderte. 
Bakterien bilden auch auf eiweißfreien Lösungen Invertase 
• Fermi und Montesano, Zentralbl. f. Bakt. (Il), Bd. 1, S. 482; 
1895). Die Bildung von Diastase ist bei verschiedenen Mikro¬ 
organismen in sehr ungleichem Grade abhängig von dem Kohlen¬ 
hydrat der Nährlösung. (Beijerinck, Arch. Neerl, Bd. 14, 
s’ 28; 1891. — Katz, Zentralbl. f. Bakt., Bd. 9, S. 157; 1891.) 
An einem Aspergillus fand Duclaux*) bei Ernährung 
mit Calciumlactat zu der Nährlösung Amylase, dagegen keine 
Invertase, kein Labenzvm und keine Proteinase; bei Gegenwart 
von Zucker wurde dagegen Invertase abgeschieden, aber kein 
anderes Enzym. Ähnliche Resultate, aber auch individuelle 
Verschiedenheiten an Pénicillium glaucum beobachtet. Da 
die Angaben der Versuchsanordnung oft nicht genügend voll¬ 
ständig sind, um sichere Schlüsse zu gestatten, so mag es 
genügen, hier auf diese Untersuchung hingewiesen zu haben. 
Bei weitem fester stehen die Ergebnisse von E. Chr. 
Hansen.3) Er kam zu dem Resultat, daß es nicht gelingt, 
Hefezellen so zu verändern, daß sie Enzyme bilden, welche 
sie vorher nicht besitzen. 
Eine weitere, wertvolle Untersuchung verdankt man Went,4) 
welcher die Enzymbildung in Monilia sitophila studierte. 
Er konnte 8 Enzymgruppen unterscheiden; Maltase wird von 
der Zelle bei der Ernährung mit gewissen Kohlenhydraten, 
nämlich Raffinose, Dextrin, Stärke, Glykogen, Cellulose, ferner 
Trehalose, Galaktose, Xylose und Saccharose gebildet, auch 
Pepton war wirksam, vermutlich wegen seines Zuckergehaltes. 
l) Annales de Einst. Pasteur, Bd. 3, S. 473 u. 531, und Bd. 4, 
S f>41 ; 1889 und 1890. 
*1 Traité de Microbiologie, Bd. 2, S. 84, 1899. 
s) Medd. fra Carlsberg-Lab., Bd. 5, S. 1, 1900. 
4! Jahrb. f. wissenschaftl. Bot., Bd. 36, S. 611, 1901.
        

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