Bauhaus-Universität Weimar

Berichtigung. 
Von 
Adolf Oswald. 
Im 1. u. 2. Heft des 75. Bandes dieser Zeitschrift linde ich in einer 
Abhandlung von Abderhalden und Hirsch auf Seite U einen gegen 
mich gerichteten Abschnitt, welcher einer Erwiderung meinerseits bedarf 
Herr Abderhalden kommt auf eine Fußnote einer meiner Ab¬ 
handlungen aus dem Jahre 1909 zurück, worin ich die Vermutung aus¬ 
spreche. daß der von ihm für Dijodtyrosin etwas holier als von mir be¬ 
fundene Schmelzender hier selbstverständlich auch Zersetzungs-)punkt 
darauf beruhen könnte, daß Reste unveränderlen Tyrosins mit dem Prä¬ 
parat vermengt waren. Herr Abderhalden sagt nun: «Wir haben seinei 
Zeit Herrn Oswald auf folgende Punkte brieflich hingewiesen.» lind 
weiterhin: «Wir haben bis heute mit dieser Richtigstellung gewartet, weil 
wir gehollt hatten, daß Herr Oswald seine irrtümliche Annahme selbst 
richtig stellen würde.» 
Gegen diese mich nicht wenig befremdende Behauptung muß ich 
den entschiedensten Einspruch erheben, hat doch Herr Abderhalden, 
nachdem ich ihn über meine Argumente aufgeklärt hatte, persönlich ge¬ 
schrieben: «Für mich (Abderhalden) ist nun die ganze An¬ 
gelegenheit erledigt», und als Beweis dafür ließ er eine für diese 
Zeitschrift bestimmte Notiz, in welcher er genau das vorbrachte, was er 
mir jetzt vorhält, vom Setzer auseinandernehmen. Es ist'mir unbegreif¬ 
lich, daß jetzt Herr Abderhalden mein Stillschweigen, das er selbst 
veranlaßt hat, gegen mich auswerlet. 
Die Vorstellungen, von denen ich seinerzeit ausgiog, sind kurz 
folgende: 1. Es ist bekannt, daß unter Umständen eine Zumischung eines 
Fremdkörpers den Schmelzpunkt erhöhen kann. 
2. Die Differenz unserer Schmelzpunkte wird nicht durch die 
Korrektur behoben, auch durch die Verschiedenheit * des Erhitzens nicht. 
Ob stärkere Racemisierung meiner Präparate den tieferen Schmelz- 
(bezw. Zersetzungs-ipunkt bedingt, weiß ich nicht. Ich will nur be¬ 
merken, daß bei ca. 15 verschiedenen Präparaten, die ich im Laufe der 
letzten Jahre hergestellt habe, ich stets, ob ich von racemischem oder von 
l-Tyrosin ausgegangen war, den Schmelzpunkt 203—205° (unk.) gefunden 
habe. Übrigens sind Dijod-l-tyrosin und Dijod-r-tyrosin in ihrer Krystallform 
so verschieden, daß eine Verwechslung beider nicht leicht möglich ist
        

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