Bauhaus-Universität Weimar

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Harald Kylin. 
nennen will, unterscheidet sich demnach sehr deutlich von der 
bei Ceramium rubrum vorkommenden, welche zwei Ab¬ 
sorptionsbänder, eines zwischen C und D mit Maximum bei 
X 618—613 und eines zwischen l) und E mit Maximum bei 
X 553—549 besitzt, und welche in rhombischen Tafeln kri¬ 
stallisiert (vgl. Kylin, 1910, S. 215 und 229 u. 230). Diese 
Modifikation ist auch in sehr verdünnter Lösung blau: bei 
größerer Konzentration wird die Farbe blau violett, violett bis 
rotviolett; diese nenne ich blauviolettes Phykocyan. 
Die oben erwähnte, stark blauviolette Färbung des mit 
Toluol behandelten Materials, wenn es einige Stunden der Ein¬ 
wirkung der Luft ausgesetzt wird, ist gar nicht dadurch be¬ 
dingt, daß das Phykocyan und das Phykoerythrin erst bei einer 
postmortalen Oxydation entstehen würden. Spektroskopisch sind 
nämlich diese beiden Farbstoffe schon bei der lebenden Algr 
nachweisbar. Bei spektroskopischer Untersuchung der leben¬ 
den Alge zeigen sich vier kräftige Absorptionsbänder: eines 
zwischen B und C, eines zwischen G und D, eines zwischen 
D und E und eines zwischen E und F. Das erste gehört dem 
Chlorophyll, das zweite dem Phykocyan und die zwei letzteren 
dem Phykoerythrin an. — Eine gute Abbildung des Absorptions¬ 
spektrums einer lebenden Batrachospermum-Art ist von 
Bosanoff, 1867, Tab. II, Spektrum X gegeben worden. 
Warum das abgetötete Batrachospermum Gallaei unter 
dem Einfiuß der Luft die Farbe schnell wechselt, kann ich 
gegenwärtig nicht erklären. 
3. Batrachospermum sp. 
Das Material bestand aus dem Chantransia-Stadium einer 
Batrachospermum-Art, wahrscheinlich B. moniliforme 
Roth. Die Individuen waren rot gefärbt. Schon nachdem das 
Material wenige Tage in destilliertem Wasser (-)- Toluol) gelegen 
hatte, war das Wasser kräftig rot-rotviolett gefärbt. Die ab¬ 
filtrierte Farblösung wurde mit Ammoniumsulfat versetzt (15 g 
auf 100 ccm Lösung), und nach einem Tage hatte sich ein Nieder¬ 
schlag gebildet, der aus wohlgebildeten Phykoerythrinkrystallen 
und aus kleinen, blaugrünen Phykocyankrvstallen bestand.
        

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