Bauhaus-Universität Weimar

417 
fiber die roten und blauen Farbstoffe der Algen. 
Extraktes wurde dieses mit Ammoniumsulfat (15 g auf 100 g 
Lösung) versetzt und nach einem Tage hatte sich ein aus 
kleinen Phykoerythrinkrystallen bestehender Niederschlag ge¬ 
bildet, der in Wasser gelöst und dann durch einige Umkry- 
stallisationen gereinigt wurde. Die Lösung zeigt die Farbe und 
die drei Absorptionsbänder einer gewöhnlichen Phykoerythrin¬ 
lösung, entbehrt aber beinahe vollkommen der orangegelben 
Fluorescenz (vgl. Polysiphonia Brodiaei); nur bei kräftiger 
Beleuchtung (am besten in direktem Sonnenlicht) kann man 
eine Andeutung einer orangegelben Fluorescenz -beobachten. 
Die Phykoerythrinlösungen aus Polysiphonia nigrescens 
krystallisieren sehr leicht, aber nur kleine Krystalle, die größten 
etwa 2 p breit und 4 p lang, sind erhalten worden. — Mehrere 
Lxtraktionsserien mit kürzerer Extraktionszeit wurden gemacht ; 
die Phykoerythrinlösungen entbehren aber immer beinahe voll¬ 
kommen der Fluorescenz. 
22. Porphyra hiemalis Kylin. 
Mit Toluol behandeltes Material wurde drei Wochen in de¬ 
stilliertem Wasser extrahiert. Das Extrakt war von schleimigen 
Kohlenhydraten sehr stark verunreinigt und ließ sich deshalb 
nur mit Schwierigkeit filtrieren. Die Farbe war rot violett und 
die Fluorescenz braun-orangefarbig. Nach dem Abfiltrieren* 
wurde Ammoniumsulfat (10 g auf 100 ccm Lösung) zugesetzt, 
und nach einem Tage hatten sich gut entwickelte Phykoerythrin- 
krystalle gebildet. Die größeren waren etwa 3 p breit und 15 bis 
20 p lang. Der Niederschlag wurde abfiltriert, in Wasser gelöst, 
und nach einigen Umkrystallisationen wurde eine reine Phyko¬ 
erythrinlösung erhalten. Diese zeigte die für eine solche Lösung 
charakteristische Farbe, Fluorescenz und Absorptionsbänder. 
Die Mutterlauge nach dem Abfiltrieren des Phykoerythrin¬ 
niederschlages wurde jeden Tag mit etwa 2—3 g Ammonium - 
sulfat auf 100 ccm Lösung versetzt, bis sie etwa 25 g Salz 
auf 100 ccm Lösung enthielt. Hierbei bildeten sich teils Phyko- 
erythrinkrystalle, teils amorphe, blauviolette Körnchen, die 
wesentlich aus Phykocyan bestanden Der Niederschlag wurde 
abfiltriert und in Wasser gelöst. Es wurde dann durch mehrere
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.