Bauhaus-Universität Weimar

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Über dir roten und blauen Farbstoffe der Algen. 
ederförmigen Phykocyankrystallen, etwa 10—15 p im Durch¬ 
messer, nebst einigen wohlentwickelten Phykoerythrinkrystallen, 
etwa 3 a breit und 20-45 p lang, bestand. Der Niederschlag 
wurde abliltriert, in Wasser gelöst, und nach einigen IJmkry- 
stallisationen wurde eine reine Phykocyanlösung erhalten. 
Die Mutterlauge nach der Abfiltrierung des Phykocvan- 
niederschlages wurde jeden Tag mit etwas Ammoniumsulfat 
versetzt, bis sie etwa 25 g auf 100 ccm enthielt. Hierbei bildeten 
sich Phvkocyankrystalle, hauptsächlich aber Phykoerythrin- 
krvstalle, unter denen mehrere besonders grolle bis zu 10 12 p 
breite und 70- 100 p lange vorkamen, aber auch solche, die nur 
1 -3 p breit und 10—15 p lang waren. Der Niederschlag wurde 
abliltriert, in Wasser gelöst, und nach einigen Umkrystallisationen 
wurde eine reine Phykoerythrinlösung erhalten. 
Lemanea fluviatilis enthält demnach sowohl Phyko- 
eyan wie Phykoerythrin und, wie es scheint, ungefähr dieselben 
Mengen von jedem Farbstoff. Die Phykoerythrinlösung zeigt 
die für eine solche Lösung charakteristische Farbe, Fluores- 
cenz und Absorptionsbänder. Die Phykocyanlösung * zeigt ein 
kräftiges Absorptionsband im Orange zwischen C und D mit 
Maximum bei X 021—618. Die spektrophotometrische Aus¬ 
messung ergab eine Absorptionskurve, die vollkommen mit 
der des blaugrünen Phykoeyans aus Batrachospermum 
Gallaei übereinstimmte. Auch krystallographisch stimmt das 
Phvkocyan aus Lemanea fluviatilis mit dem Batracho¬ 
spermum- Phykocyan überein. 
Bei Dialyse wird das Phykocyan gefällt. Der Niederschlag 
ist gewöhnlich amorph, nur selten werden einige rhomboeder¬ 
förmige Krystalle oder aus nadelförmigen Krystallen bestehende 
Aggregate ausgebildet. Kr löst sich nur sehr schwer in einer 
verdünnten Neutralsalzlösung, leicht aber in 0,01°/oiger Natrium- 
carbonatlösung. Von einer O,l°/oigen Natriumcarbonatlösung 
wird der Farbstoff zerstört. 
Werden einige Kubikzentimeter Lösung mit einigen Tropfen 
Salzsäure oder Eisessig versetzt, so wird die Flüorescenz 
augenblicklich vernichtet, die Farbe der Lösung wird abge¬ 
schwächt und spielt mehr in Griin-Blaugrün als vorher. Ist 
Hoppo-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXVI. 26
        

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