Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der Gallenfarbstoffe. III. Mitteilung: Über Hemibilirubin und die bei der Oxydation des Hemibilirubins entstehenden Spaltprodukte
Person:
Fischer, Hans Paul Meyer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19386/1/
Zur Kenntnis der Gallenfarbstofe. 
III. Mitteilung. 
Über Hemibilirubin und die bei der Oxydation de« Hemibili- 
rubins entstehenden Spaltprodukte. 
Ton 
Hans Fischer und Pani Meyer. 
(Aus der II. med. Klinik zu München.) 
(Der Redaktion zugegangen am 2* *. September 1911.) 
In der ersten Mitteilung1) über Gallenfarbstoflfe ist ein 
Keduktionsprodukt des Bilirubins mit Natriumamalgam, Hemi¬ 
bilirubin genannt, beschrieben. 
Inzwischen ist es dem einen von uns in Gemeinschaft mit 
F. Meyer-Betz gelungen, das Hemibilirubin im pathologischen 
Urin nachzuweisen, und wir haben weiterhin festgestellt, daß 
das Hemibilirubin eineMuttersubslanz—vielleicht die einzige2) — 
des Harnurobilins ist. Hierdurch gewinnt das Studium des Hemi- 
bilirubins erhöhtes Interesse. 
Leider stellt die große Empfindlichkeit des Körpers gegen 
Luft und Licht und alle Reagenzien, besonders Säuren, der 
chemischen Untersuchung erhebliche Schwierigkeiten in den 
Weg. Ganz besondere Erschwerung tritt dadurch ein, daß das 
Hemibilirubin in zwei Formen auftritt, einer acid en und einer 
nicht aciden, wie wir sie unterscheiden wollen. 
Die nicht acide Form ist das reine Hemibilirubin, wie 
es in der ersten Mitteilung beschrieben wurde. Die acide Form 
entwickelt im Gegensatz zu der nicht aciden beim Lösen in 
Bicarbonat Kohlensäure und schmilzt viel niedriger. In reinem 
lj II. Fischer, Diese Zeitschrift, Bd. 73. S. 206. 
*) H. Fischerund F. Meyer-Betz, Diese Zeitschrift, Bd. 75, S I.
        

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