Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die bei der Isolierung der Monoaminosäuren mit Hilfe der Estermethode entstehenden Verluste. I. Mitteilung
Person:
Abderhalden, Emil Arthur Weil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19360/2/
Emil Abderhalden und Arthur Weil, 
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Aminosäuren gelegt. Von Fall zu Fall mußte mit der Mög¬ 
lichkeit gerechnet werden, daß neue Spaltprodukte vorhanden 
waren. Das Suchen nach solchen war mit großem Verlust 
an Material verknüpft. Bekanntlich zeigen manche Amino¬ 
säuren die unerwünschte Eigenschaft, Misehkrystalle zu 
bilden. Diese täuschen dann neue Bausteine vor. Eine Un¬ 
summe von Arbeit und Zeit war erforderlich, um alle 
Klippen von Täuschungen zu umgehen. Immer wieder schien 
der Nachweis eines neuen Bausteines geführt, bis schließlich 
auf irgend eine Weise gezeigt werden konnte, daß Unrein¬ 
heiten die Ursache der Abweichung im Verhalten der isolierten 
Substanz von den bisher bekannten Aminosäuren waren. Es 
unterliegt keinem Zweifel, daß den von Sk raup und anderen 
Autoren mitgeteilten neuen Aminosäuren Gemische bekannter 
Bausteine der Proteine zugrunde lagen. Es ist klar, daß unter 
den genannten Verhältnissen die Ausbeute an einzelnen Amino¬ 
säuren Not leiden mußte. Dazu kam noch, daß bei allen 
Mitteilungen, die von dem einen von uns mit seinen Mit¬ 
arbeitern über die Zusammensetzung von Eiweißstoflen an 
Aminosäuren veröffentlicht sind, nur die Werte mitgeteilt sind, 
die ganz reinen Aminosäuren entsprechen. Eine Ausnahme 
bildet nur die Leucinfraktion, die neben Isoleucin stets unbe¬ 
stimmte Mengen von Valin enthielt. Diese Lücke in den 
l ntersuchungsresultaten ist stets genügend hervorgehoben 
worden. Emil Fischer hat schon in der ersten Mitteilung 
über die Hydrolyse von Casein gezeigt, daß es unmöglich ist, 
die genannten drei Aminosäuren quantitativ zu trennen. Erst 
neuerdings ist eine Bestimmung von Leucin, Isoleucin und 
Valin von Levene und van Slyke ausgearbeitet worden. Sie 
gibt, wie wir uns überzeugt haben, gute Werte, wenn der 
Zusatz von Bleiacetat zur Abscheidung des Leucins sehr vor¬ 
sichtig unter fortwährendem heftigem Schütteln erfolgt. Die 
Methode bedeutet einen großen Fortschritt in der Isolierung 
der drei genannten Aminosäuren. Alle bisher mitgeteilten 
Werte für die Leucinfraktion müssen in Zukunft in die drei 
genannten Aminosäuren aufgeteilt werden. 
Geht man bei der Berechnung der Ausbeuten nicht von
        

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