Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Defekte Verdauung und Resorption. I. Mitteilung
Person:
London, E. S. W. F. Dagaew B. D. Stassow O. J. Holmberg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19351/3/
330 
London, Dagaew, Stassow und Holmb 
erg, 
II. 
Die Folgen einer partiellen und totalen Entfernung des Magens 
Von W. F. Dagaew. 
Die aus dem Titel hervorgehende Aufgabe der vorliegenden 
Untersuchung wurde einer möglichst detaillierten Bearbeitung 
an Hunden unterzogen, die im Vergleich zu den Kontrollieren 
auf dreierlei verschiedene Art operiert worden waren. 
Bei einer Reihe der Versuchshunde (6 an der Zahl) wurde 
mitsamt dem Pylorus die ganze pars pylorica des Magens ent¬ 
fernt, wobei in einem Teil der Fälle 1. das offene Ende (ge¬ 
nauer der Anfangsteil) des Duodenums in die hintere Wand des 
Fundus eingenäht wurde ; in einem anderen Teil, 2. das Duo¬ 
denumende vernäht und eine Anastomose zwischen Magen und 
Jejunum, 20—25 cm von der plica duodenojejunalis entfernt, 
hergestellt wurde. Bei einem Hunde hatten wir uns auf letzteres 
Vorgehen beschränkt, da aber der Hund sich nur langsam nach 
der Operation erholte, an häufigem Erbrechen litt und nach 
ca. 3 Wochen an einem Ulcus zugrunde ging, das sich gegen¬ 
über der Anastomose entwickelt hatte, so wurde bei zwei 
anderen Hunden die Operation durch eine Jejunojejunostomie 
ca. 10 cm oberhalb der Gastroenterostomose vervollständigt. 
Bei einem Hunde wurde der ganze Magen, vom Ösophagus 
an, etwas über der Cardia bis zum Duodenum, etwas 
unter dem Pylorus reseziert. Alle diese Hunde wurden 
mit Magen- oder Darmfisteln versehen, wobei letztere am Ileum, 
12o cm von der Ueoeoecalklappe entfernt, angelegt wurden. Als 
Kontrolliere dienten entsprechende Fistelhunde, bei denen die 
anatomisch-physiologischen Verhältnisse des Gastrointestinal¬ 
traktes unverändert geblieben waren. 
Im ganzen wurden 8 Hunde zu den Versuchen heran¬ 
gezogen und an ihnen mehr als 100 Versuche gemacht. Zur 
Verfütterung gelangten : Traubenzucker- und Amylodextrinlösung, 
Kuhmilch, Pferdefleisch, zermahlen und in Stücke von ver¬ 
schiedener Grolle geschnitten, Fleisch, gemischt mit einer wasser¬ 
haltigen Stärkeemulsion, Schweineschmalz und endlich eine 
gleichmäßige Mischung von Fleisch und Schweineschmalz.
        

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