Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Defekte Verdauung und Resorption. I. Mitteilung
Person:
London, E. S. W. F. Dagaew B. D. Stassow O. J. Holmberg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19351/26/
Defekte Verdauung und Resorption. I. 
löslicher N-Substanzen (im Mittel 3°/o gegenüber 6°/o) und 
Stärke (im Mittel 23°/o gegenüber 36°/o) auszuseheiden als vor 
der Operation (Kolumne 6 und 9 der Tabelle). Das weist 
auf eine bei einer Ileumresektion vikariierend erhöhte 
Verdauungstätigkeit der höherliegenden Verdauungs¬ 
kanalabschnitte hin. Ebenfalls erwiesen sich bei beiden 
Hunden die Menge der Fistelausscheidung und die darin ge¬ 
lösten Substanzen geringer als vor der Operation (beim Hunde 
Nr. 1 im Mittel 288 g Chymus mit 1,84 g N gegenüber 074 g 
Chymus mit 4,02 g N; beim Hunde Nr. 4 160 g Chymus mit* 
0,73 g N gegenüber 165 g Chymus mit 0,87 g N). Daraus folgt, 
daß bei einer Ileumresektion auch die Resorptionsfähigkeit 
der höherliegenden Verdauungskanalsabschnitte vi¬ 
kariierend erhöht wird. 
Beim Hunde Nr. 1 wurde ein größerer Ileumteil (Va) aus¬ 
geschaltet als beim Hund Nr. 4 0 3) und dementsprechend er¬ 
wiesen sich die kompensierenden Verdauungs- und Res,orptions- 
erscheinungen beim ersteren stärker als beim letzteren. Indem 
aber beim Hunde Nr. 4 die Kompensation dauernd anhielt, 
hörte sie beim Hund Nr. 1 mit der Zeit auf. Sowohl die Ver¬ 
dauung als auch die Resorption verschlechterten sich immer 
mehr und mehr; es entstand Diarrhoe und der Hund ging etwa 
4 Monate nach der Operation zugrunde. 
Bei den Hunden-Nr. 2 und Nr. 3 wurde ein Jejunum- 
>tiick exstirpiert oberhalb der Fistelstelle, welche sich beim 
Hunde Nr. 3 an der Grenze zwischen dem Jejunum und Ileum 
und beim Hunde Nr. 2 in der Nähe der Ileocoecalklappe befand. 
Aus den gewonnenen Daten leuchtet es ein, daß eine 
.• ejunumresektion einer Ileumresektion physiologisch 
nicht gleichwertig ist. Wie aus der 6. Tabellenkolumne 
ersichtlich, wird der Auflösungsprozeß der Eiweiß- 
stoffe rasch zur Norm gebracht, sodaß der Chymus schon 
m der Mitte des Dünndarmes die normale Menge (2°/o) un¬ 
gelöster N-Substanzen aufweist. Dagegen beginnt nach 
einiger Zeit die Kohlenhydrateverdauung stark zu- 
i ückzubleiben. Was nun die Resorption anbetrifft, so 
läßt sich im Dünndarm bis zu der Ileocoecalklappe
        

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