Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung und Resorption im tierischen Körper. XLI. [Cor..: XLII.] Mitteilung: Die Verdauung gemischter Nahrung beim Hunde und beim Menschen
Person:
Krym, R. S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19347/6/
liber Verdauung und Resorption im tierischen Körper. XU. 317 
II. 
Uns war die Möglichkeit gegeben, einen analogen Versuch 
mit einem Menschen anzustellen. Das war ein junger kräftiger 
Mann mit schwammiger Ileumiistel (ca. 1 Meter vom Coecum, 
wie es sich später bei der Operation herausgestellt hat). Für die 
Pausen, welche die Versuchsperioden von 15 Minuten trennten, 
wurden die beiden Darmabschnitte mit Hilfe eines passenden 
Gummischlauches vereinigt. Für die Zeit der Chymusaufnahme 
wurde der Schlauch entfernt. Line \\ alze trennte den zu¬ 
führenden Darmabschnitt vom abführenden, so daß der Patient 
den Stuhlgang gar nicht hatte. 
ln diesem halle gibt es keine topographische Analogie 
zu dem Versuchshunde. Auch in bezug auf die Nahrung ließ 
sich keine vollständige Analogie durchführen. Die Bestandteile 
waren dieselben, wurden aber in anderer Form (kleine Kote¬ 
letten) dargereicht, und der Abkürzung der Versuchszeit halber 
war die Nahrungsmenge viel kleiner als diejenige, die für das 
^-Gleichgewicht erforderlich ist (200 g gemahlenes Rindfleisch, 
30 g Stärke und 30 g Schweinefett). Im Speichel des Hundes 
gibt es außerdem, wie bekannt, kein amylolytisches Ferment. 
Doch zeigt der Versuch, daß der Verdauungsgrad bei gemischter 
Speise beim Menschen im Grunde der gleiche ist. wie beim 
Hunde (Tabelle II): 
1. Die Menge des aufgenommenen Breies erscheint im 
Vergleich zur Trockensubstanz der zugeführten Nahrung sehr 
bedeutend. Auf ca. 100 g Trockensubstanz der Nahrung er¬ 
schienen im Ileumchymus mehr als 500 g Verdauungssäfte, 
nachdem über 3a der Nahrung schon1 eingesaugt war. Daraus 
folgt, daß der Saftkoeflizient (das \ erhältnis zwischen der Menge 
der gesamten Verdauungssäfte zur Trockensubstanz der Nahrung i 
bedeutend größer ist als beim Hunde. 
2. Die qualitative Zusammensetzung des Darmchymus 
beim Menschen ist aber wiederum eine solche, daß er fast die 
Hälfte koagulierbare N-Substanzen und fast ebensoviel unver¬ 
änderte Stärke enthält. 
22 
Iloppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXIV.
        

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