Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Cerebroside des Gehirns
Person:
Loening, Hermann H. Thierfelder
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19340/1/
Untersuchungen über die Cerebroside des Gehirns. 
Von 
Hermann Loening und H. Thierfelder. 
(Aus dem Physiologisch-chemischen Institut in Tübingen.) 
(Der Redaktion zugegangen am 12. August 1911.) 
Nach Parkusl) werden die von ihm dargestellten Cere¬ 
broside durch einmaliges Aufkochen mit gesättigtem Barytwasser 
nicht angegriffen, durch fortgesetztes (mehrstündiges) Kochen mit 
dieser Flüssigkeit aber vollständig zersetzt. Über das Verhalten 
der Cerebroside gegen Barytwasser im kochenden Wasserbad 
finden sich in der Literatur keine Angaben. Ein Versuch, den 
wir nach dieser Richtung mit Cerebron anstellten, ergab dessen 
Widerstandsfähigkeit gegenüber dieser Behandlung. Wir ver¬ 
fuhren so : 0,4926 g krystallisiertes Cerebron wurden mit ge¬ 
sättigtem Barytwasser fein zerrieben und mit im ganzen 50 ccm 
dieser Lauge im Bundkölbchen am Rückflußkühler eine Stunde 
im kochenden Wasserbad erhitzt. Es trat nicht die geringste 
Verfärbung ein, weder der Lösung noch der ungelösten Sub¬ 
stanz. Die nach dem Erkalten abfiltrierte und ausgewaschene 
Masse wurde mit absolutem Alkohol ausgekocht. Aus dem 
heißen Filtrat schied sich beim Erkalten ein weißer Nieder¬ 
schlag ab, welcher abgesaugt und getrocknet 0,4451 g wog und 
bei der Krystallisationsprobe2) völlig krystallisierte. Es waren 
also 90,4°/o unverändertes Cerebron wieder erhalten worden. 
Da anzunehmen ist, daß die übrigen Cerebroside dieselbe 
V iderstandsfähigkeit besitzen, unterwarfen wir das sog. Pro¬ 
tagon der gleichen Behandlung in der Hoffnung, mit Hilfe eines 
solchen Verfahrens, bei dem die Phosphatide eine weitgehende 
') Journ. f. prakt. Ch., N. F.. Bd. 24, S. 310 (1881). 
*) Diese Zeitschrift, Bd. 68, S. 464 (1910).
        

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