Bauhaus-Universität Weimar

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Max Kauffmann, 
Im folgenden möchte ich meine Methode beschreiben, mit 
der ich meist 5 Ochsengehirne, im ganzen 34 an der Zahl, 
behandelt habe. 
Möglichst rasch nach Schächtung der Tiere wurden di«; 
Gehirne herausgenommen, in Stücke geschnitten und je 5 in 
3 1 eisgekühlten Weingeist gelegt. Nach einiger Zeit wurden 
sie mit der Fleischhackmaschine (sog. Wolf) zu einem feinen 
Urei zerkleinert. Der Brei kam in den vorher verwendeten 
Alkohol wieder zurück. Wenn auch durch die Wirkung des 
A 'kohols eine Eiweißfällung entstand und damit in den Zellen 
ein Teil des etwa vorhandenen Cholins eingeschlossen blieb, 
so mußte doch bei der starken Zerkleinerung ein größerer Teil 
des Zellsaftes in Lösung gegangen sein. Der Gehirnbrei wurde 
8 Tage lang unter wiederholtem Umrühren in dem Alkohol 
stehen gelassen, dann abgesaugt und zuletzt abgepreßt.. Das 
stark alkoholische Filtrat, das auch einen Teil der Fettsubstanz 
des Gehirns enthalten mußte, war meistens klar. Diese Lösung 
wurde mit einem großen Überschuß von alkoholischem Queck¬ 
silberchlorid zersetzt; es fiel ein voluminöser Niederschlag. 
Nach zwei Tagen Stehens wurde abfiltriert; das Filtrat wird 
später besprochen werden. Der Niederschlag wurde in Wasser 
suspendiert und mit Schwefelwasserstoff zerlegt. Die mit Kohle 
behandelte gelbliche eingeengte Flüssigkeit wurde mit den üb¬ 
lichen Alkaloidreagenzien untersucht: Quecksilberchlorid er¬ 
zeugte nur bei einem sehr großen Überschuß eine Fällung. 
Jodjodkalium, Pikrinsäure, Wismutjodidjodkalium, Phosphor¬ 
molybdänsäure, Phosphorwolframsäure, Pikrolonsäure gaben 
intensive Fällung. Zusatz von Cadmiumjodidjodkalium erzeugte 
nur Gelbfärbung. Zusatz von Goldchlorid gab zunächst keine 
Fällung, nach einigen Stunden waren Tafeln sichtbar mit eigen¬ 
tümlichen Luft- oder Fetttröpfchen besetzt, die auch nach 
längerem Evakuieren nicht verschwanden. Nach Zusatz von 
* 
Platinchlorid keine Fällung; nach Vermischen der Lösung mit 
derselben Menge Alkohols trat amorphe Trübung auf, die schwer 
löslich in heißem Wasser war; versetzte man diese Lösung mit 
Kalilauge, so trat ein deutlich aminischer Geruch auf, der 
sicher verschieden von dem des Trimethylamins war. Zusatz
        

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