Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über quantitative Globulinbestimmungen mittels Ammonsulfatfällung und über die Reindarstellung von Globulinen
Person:
Wiener, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19324/2/
Hugo Wiener. 
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nicht mitgefällt wird. Und doch hatte sich außer Pohl1) keiner 
der Autoren mit der quantitativen Seite dieser Frage beschäftigt. 
Pohl war der einzige, der sich die Frage vorlegte, ob bei 
Halbsättigung mit Ammonsulfat wirklich nur das Globulin und 
ob dieses vollständig ausgefällt wird. Freilich machte er seine 
Untersuchungen nicht an Blutserum, sondern an Eiweißharnen 
und serösen Flüssigkeiten und es lassen sich daher seine Re¬ 
sultate nicht ohne weiteres auf Blutserum übertragen. Daß 
das Globulin bei Halbsättigung mit Ammonsulfat vollständig 
ausgefällt wird, erschloß Pohl, wie dies schon Kauder getan 
hatte, aus dem Umstande, daß nach der Globulinausfällung ein 
ziemlich großes Spatium vorhanden ist, bis man bei stetig zu¬ 
nehmender Ammonsulfatkonzentration wieder eine Trübung er¬ 
hält, die bereits als Albuminfällung angesehen werden muß. 
Aber auch in der anderen Richtung entschied sich Pohl 
für die Brauchbarkeit der Methode in quantitativer Hinsicht, 
indem er auch den Nachweis erbracht zu haben glaubte, daß 
die durch Halbsättigung mit Ammonsulfat erzeugte Fällung nur 
aus Globulin bestehe. Auf Grund zweier Tatsachen gelangte er 
I 
zu .dieser Anschauung. Erstens fand er eine sehr weitgehende 
Übereinstimmung der mit dieser neuen Methode gefundenen 
Werte mit den nach der alten Methode von Hammarsten 
durch Sättigung mit Magnesiumsulfat erhaltenen. Zweitens 
zeigte der bei Halbsättigung mit Ammonsulfat gefällte Eiwei߬ 
körper die damals für das Globulin als charakteristischste 
angesehene Eigenschaft, nämlich Fällbarkeit durch Dialyse. 
Freilich wurde zunächst nur ein kleiner Teil durch Dialyse 
gefällt. Durch Abfiltrieren des gelöst gebliebenen Anteiles, 
abermalige Fällung mit Ammonsulfat und nochmalige Dialysie- 
rung wurde abermals ein Teil des Eiweißes zur Ausfällung 
gebracht und durch mehrfache Wiederholung dieser Prozeduren 
wurde es dahin gebracht, daß schließlich die in der letzten 
Portion noch enthaltene Eiweißmenge fast ganz durch Dialyse 
. ausgefällt wurde, die zurückbleibende Flüssigkeit eiweißfrei war. 
so daß Pohl den Schluß zieht, daß die ganze, durch Halb- 
I
        

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